Autobahn-Baustellen

Staus vermeiden: Das kann der Norden von Hamburg lernen

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Oliver Schirg
Ein fast alltägliches Bild: Stau vor dem Hamburger Elbtunnel

Ein fast alltägliches Bild: Stau vor dem Hamburger Elbtunnel

Foto: A3833 Bodo Marks / dpa

CDU-Fraktionschefs fordern länderübergreifenden Verkehrskoordinator. Zum Gespräch kamen alle zu spät – sie standen im Stau.

Hamburgs CDU-Fraktionschef André Trepoll spottete zu Beginn des Pressegesprächs ein wenig. Alle norddeutschen CDU-Fraktionschefs, die am Montag an dem Treffen im Rathaus teilnahmen, hätten Bürgernähe praktiziert und seien mit dem Auto gekommen. Die Folge: keiner der Politiker traf pünktlich ein. „Zu viele Staus“, sagte Trepoll.

Die Situation auf den Straßen Norddeutschland stand im Mittelpunkt des Treffens der CDU-Fraktionschefs von Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei ließen die Christdemokraten - wenig überraschend, weil sie bis auf Schwerin in der Opposition sitzen - kein gutes Haar an der aktuellen Verkehrspolitik der Länder.

44.000 Stunden Stau allein im Norden

„Die Verkehrsinfrastruktur ist bereits heute vielerorts hoffnungslos überlastet, mit fatalen Konsequenzen für die Menschen und die Wirtschaft im Norden“, heißt es in der Abschlusserklärung. Die Autofahrer hätten im vergangenen Jahr rund 44.000 Stunden auf den Autobahnen in den fünf norddeutschen Bundesländern im Stau gestanden, das entspricht rund 1833 Tagen.

In den vergangenen Wochen hat sich die Situation rund um Hamburg verschärft. Aufgrund von Bauarbeiten südlich von Hamburg staute sich der Verkehr fast täglich auf mehrere Kilometer Länge. Am zweiten Septemberwochenende kam es über Stunden zu einem Verkehrsstillstand, weil sowohl auf der A7 als auch auf A1 einzelne Spuren wegen Bauarbeiten gesperrt waren.

Baustellenkoordinator soll für Informationsfluss sorgen

Die CDU-Fraktionschef forderten einen zentralen Baustellenkoordinator für Norddeutschland. Dabei gehe es vor allem um einen „Informationsfluss“ zwischen den Bundesländern. „Zahlreiche unmittelbar aufeinanderfolgende Baustellen, die den Verkehr auf langen Streckenabschnitten für längere Zeit zum Erliegen bringen, sollen damit künftig verhindert werden“, heißt es in der Erklärung. Trepoll wies auf die guten Erfahrungen hin, die Hamburg in den vergangenen Jahren mit einem entsprechenden Koordinator gemacht hat.

Durch eine bessere Abstimmung der Bundesländer seien auch großräumigere Umfahrungsmöglichkeiten möglich, erklärten die CDU-Politiker. Das Bundesland Bayern habe damit in der abgelaufenen Sommersaison gute Erfahrungen gemacht. So könnte der Ferienverkehr aus süddeutschen Ländern in Richtung Ostseeküste beispielsweise frühzeitig an Hamburg vorbeigeführt werden.

Die CDU-Fraktionschefs verwiesen darauf, dass derzeit und in den kommenden Jahren aufgrund der Investitionsoffensive des Bundes im Norden eine Vielzahl von großen Verkehrsprojekten liefen. Ausbau und Erneuerung der A7, der Bau der A20 und der A26 seien nur einige davon. Daher würden Staus auch künftig nicht zu vermeiden sein. „Aber man muss das Problem ja nicht größer machen als es ist.“

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