Hamburg-Mitte

Ärger um Rad-Rambos in Planten un Blomen

Beschwerden über rücksichtslose Radfahrer im Park häufen sich. Bezirk erwägt mehr Kontrollen – und Bußgelder.

Hamburg.  Er zählt zu den schönsten Orten der Hansestadt. Besonders an den Wochenenden tummeln sich auf den verzweigten Wegen Hunderte von erholungssuchenden Spaziergängern, die zwischen Rhododendren und Wildrosen den Vogelstimmen lauschen. Doch offenbar fühlen sich immer mehr Menschen bei dieser Idylle von Radfahrern, die den Park unerlaubt als willkommene Abkürzung nutzen, gestört.

„Das Radfahrverbot ist jahrzehntelang weitgehend befolgt worden“, sagt Michael Osterburg, Fraktionschef der Grünen in Mitte. Doch in den vergangenen Monaten hätten sich Parkbesucher immer wieder über das rücksichtslose Verhalten vieler Radfahrer beschwert. „Auch beim Fachamt Management des Öffentlichen Raums laufen immer wieder Beschwerden dazu auf.“

Parkmitarbeiter werden häufig beleidigt

Das bestätigt auch das zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte auf Anfrage. Demnach liegen für 2016 bereits fünf schriftliche Beschwerden vor. Darüber hinaus habe es eine Reihe mündlicher Beschwerden gegeben, heißt es. Wiederholt seien Spaziergänger und Parkmitarbeiter von Radfahrern beschimpft worden. Die Radfahrer würden die Ansprachen des Personals häufig nicht ernst nehmen. „Man hat das Gefühl, dass man gegen eine Wand spricht und wird sehr oft nur beleidigt“, so ein Parkmitarbeiter.

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Hamburg weiß man von dem Problem bislang nichts. Statt nun aber repressiv gegen Radfahrer vorzugehen, fordert Sprecher Dirk Lau, verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. „Es spricht nach unserer Ansicht nichts dagegen, die breiten Wege für den Radverkehr freizugeben, wenn sich alle rücksichtsvoll verhalten und dementsprechend für das gegenseitige Verständnis sensibilisiert wird.“

Bezirk plant mehr Kontrollen

Auch die Grünen wollen an die „Vernunft der Radfahrer“ appellieren, plädieren jedoch dafür, dass Planten und Blomen auch in Zukunft fahrradfrei bleibt. Sie fürchten, dass sich bei einem geplanten barrierefreien Umbau der Park-Zugänge noch mehr Radfahrer ermutigt fühlen könnten, in den Park zu fahren.

Vergangene Woche reichten sie daher in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte einen Antrag ein, in dem sie sich dafür stark machen, bessere Alternativen zu schaffen und entsprechende Fahrradverbindungen außerhalb des Parks zu fördern. Zudem soll zukünftig noch stärker darauf hingewiesen werden, dass das Radfahren im Park nicht erwünscht ist. „Wenn alles nicht hilft, müssen rücksichtslose Radfahrer auch zur Kasse gebeten werden“, so Michael Osterburg.

Beim Bezirk will man den Vorschlag der Grünen, Radwege außerhalb des Parks auszubauen, in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde weiter unterstützen. Darüber hinaus werde es in der kommenden Saison auch mehr Kontrollen geben, heißt es aus dem Bezirksamt. Der Bezirk wolle Mittel und Wege prüfen, zukünftig auch Bußgelder zu verteilen, um Radfahrer abzuschrecken.