Horner Geest

Hamburgs längster Park: So soll er aussehen

Ideenwettbewerb und Bürgerbeteiligung Horner Geest

Ideenwettbewerb und Bürgerbeteiligung Horner Geest

Foto: Isadora Tast

Aus 233 Vorschlägen für die Horner Geest haben Bürger die besten ausgesucht. Zu den Top 25 gehören auch verrückte Ideen.

Hamburg. Es ist wohl das größte Bürgerbeteiligungsprojekt, dass es je in der Hansestadt gegeben hat und das jetzt in die nächste Runde geht: Die Hamburger haben aus 233 eingereichten Ideen für das geplante Erholungsgebiet der Horner Geest ihre 25 Favoriten gekürt – darunter etwa ein Breakdance-Platz, ein Mini-Zoo, eine Grillstation und Fitnesspfade.

Welche Bürgerprojekte die Landschaftsachse im Osten tatsächlich zum Leben erwecken werden, entscheidet sich im Januar bei der finalen Abstimmung. „Die Umsetzung ist bis Ende 2018 geplant“, sagt Umweltbehördensprecher Jan Dube.

Einen Monat lang hatten die Bürger Zeit, aus den 233 eingereichten Ideen die 25 besten, schönsten, sinnvollsten oder einfallsreichsten Projekte für Hamburgs längsten Park zu wählen – für das grüne Band, das sich von der City bis zum Öjendorfer See zieht. Über 8000 Menschen haben ihre Stimme abgegeben und ihre Lieblingsideen gekürt. Insgesamt hat das Bürgerprojekt ein Budget von einer Million Euro.

25 Projekte in fünf Stadtteilen

Im November kommen nun Ideengeber, Interessierte und Experten in Werkstätten zusammen, um die Ideen weiterzuentwickeln und fit zu machen für die Abstimmung im Januar. Im Fokus steht dabei, die Ideen technisch, politisch und finanziell umsetzbar zu machen. Ziel ist es, die Ideen so zu konkretisieren, dass sie für maximal 200.000 Euro umsetzbar sind. Genaue Informationen zu den Werkstätten gibt es im Internet unter deinegeest.hamburg.

Dort werden auch die einzelnen Projekte vorgestellt, die die Landschaftsachse Horner Geest beleben sollen. Geplant ist, dass der neun Kilometer lange Grünzug in den nächsten Jahren zu Hamburgs längstem Park wird – mit durchgehender Rad- und Fußwegverbindung.

Neben den 25 Gewinnerprojekten – fünf für jeden Stadtteil – wurden zudem neun weitere Ideen benannt, die direkt in die übergeordnete Planung der Landschaftsachse übernommen werden. Dazu zählen etwa Obstbäume entlang der Gehwege samt Infoschildern, die zum Pflücken der Früchte anregen sollen, eine Wasserfläche für Kinder mit Rutsche und eine Fahrrad-Tanke.

Kletterpark und Grillstation in St. Georg

Neben einer Grillstation, die man für kleines Geld nutzen kann, ist auch ein mobiler Bauspielplatz unter den Top Five in St. Georg gelandet. Die Idee: Zwischen Mai und Oktober laden Bambusstangen, Getränkekisten und Europaletten an verschiedenen Stationen zum Spielen und Klettern ein. Alle Materialien sollen von Betrieben aus Billbrook kommen und nach den Aktionen dorthin zurückkehren. Sportlich ist auch die Idee des Kletterparks – dieser soll maximal eine Höhe von zwei Meter haben, ohne Betreuung auskommen und kostenfrei sein.

Weitere Projektideen: Eine kostenlose App mit dem Namen „Deine Geest“ – diese soll über Geest-Projekte, historische Geschehnisse und bevorstehende Veranstaltungen informieren, aber auch mit GPS-Daten funktionieren. Wer in der Geest unterwegs ist, dem werden automatisch fußläufig erreichbare Stationen gezeigt. Wer gerne im Freien entspannt, dem gefällt sicher die Idee des „Snoozel Rooms“ – ein halb offener Raum mit entspannter Musik, Sitz- und Liegemöglichkeiten.

Freilichtbühne und Schaukeln in Borgfelde

Im Stadtteil Borgfelde haben neben einem Fitness-Parcours und Tischtennisplatten entlang des Radwegs sowie einer unkompliziert einrichtbaren Freilichtbühne auch Hochsitze das Rennen gemacht. Diese sollen jeweils drei bis vier Personen eine neue Perspektive eröffnen und in einer offenen, transparenten Stahlbauweise konstruiert werden. Eine weiter Idee sind Schaukeln. Nicht irgendwelche Schaukeln, sondern Schaukeln, die Kinder und Erwachse nutzen können.

Open-Air-Fest und Fledermauswiese in Hamm

In Hamm liegen die Aufwertung des Thörls Parks und ein Bürgerfest mit Live-Musik vorne, bei dem auch Arbeiten von Kunst- und Kreativschaffenden gezeigt werden sollen. Auch eine Liegewiese zum Beobachten von Fledermäusen hat im Ideenwettbewerb viele Fans gefunden.

Weitere Projekte: Eine Beachvolleyball-Spielfläche aus Sand mit Hängematten und einer Bar sowie der „Hammer Turm“ – dabei soll es sich um einen multifunktionalen Turm mit zwei Hochebenen und einer Schaukelkonstruktion handeln. Auch Urban Gardening soll in luftiger Höhe ermöglicht werden.

Tai-Chi und Leihräder für Kinder in Horn

Eine bunte Mischung an Ideen gibt es auch für den Stadtteil Horn: Neben einem japanischen Garten für Meditation, Tai-Chi und Yoga, einem Breakdanceplatz samt Graffiti-Wand und einem Wochenmarkt mit Kultur wird auch eine Fahrradleihstation für Kinder vorgeschlagen. Dazu soll es in der Nähe einen Reparaturservice geben – der Gewinn aus der Reparatur soll an Flüchtlinge gehen.

Besonders bei Familien dürfte das Projekt Kinderbauernhof punkten. Geplant ist ein kleiner Streichelzoo mit Ziegen, Gänsen, Hühnern und Kaninchen. Dieser soll Kindern ermöglichen, Flora und Fauna zu entdecken.

Mountainbike und Seerosen-Pavillon in Billstedt

Neben sportlichen Ideen wie einer Beacharena, einem Kletterpark mit kniffligem Labyrinth und anspruchsvollen Mountainbike-Wegen durchs Gelände hat in Billstedt auch die Idee eines Seerosen-Pavillons am Öjendorfer See viele Anhänger gefunden. Ebenfalls in der Endauswahl: Ein Urban-Gardening-Projekt samt Café, in das auch eine Schule eingebunden werden könnte.

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) ist begeistert von den Vorschlägen der Hamburger zur Landschaftsachse. „Wir sehen hier, dass Bürgerbeteiligung und Mitsprache exzellent funktionieren, wenn es konkrete Mitmachmöglichkeiten gibt“, sagt er. „Die Top-25-Projekte sind eine bunte und sehr spannende Auswahl. Egal, welche am Ende die Nase vorn haben werden: Mit diesen Ideen bekommt Hamburgs längster Park ein Gesicht.“