Fuhlsbüttel

Hamburger verpassen Flugzeug: Heute wieder Chaos am Airport?

Nichts geht mehr: eine der völlig überfüllten Checkin-Hallen
des Hamburger Flughafens am Wochenende

Nichts geht mehr: eine der völlig überfüllten Checkin-Hallen des Hamburger Flughafens am Wochenende

Foto: Elisabeth Jessen / HA

Schalter unbesetzt, Gepäckband defekt: Viele Passagiere verpassen ihre Flüge. Heute ist der Hauptreisetag.

Hamburg.  Lange Warteschlangen vor den Check-in-Schaltern, verspätete Abflüge und Passagiere, die ihren Flieger verpassten: Nachdem der Start der Herbstferien am Sonnabend zeitweilig zu chaotischen Szenen am Hamburger Flughafen geführt hat, blicken die Verantwortlichen nun gespannt auf den heutigen Montag. Dieser Tag gilt zum gleichzeitigen Beginn der Herbstferien in Hamburg und Schleswig-Holstein als eigentlicher Hauptreisetag: Während am Sonnabend 193 Maschinen von Fuhlsbüttel abhoben, werden es laut Flughafengesellschaft heute sogar 239 sein. Das liegt daran, dass am Beginn der Woche zu den Ferienfliegern auch noch die Geschäftsflüge hinzukommen. Doch zu Zuständen wie am Sonnabend werde es nicht kommen, verspricht das Unternehmen: „Wir erwarten kein Chaos – das hatten wir auch am Sonnabend nicht“, sagt Flughafensprecherin Stefanie Harder.

Doch es kam anders, wie zahlreiche Betroffene meldeten. Auf dem Internet-Dienst Twitter beschwerte sich beispielsweise ein Fluggast, dass allein in seinem Flugzeug 34 Passagiere nicht mitgekommen seien. Eine Niendorferin wollte mit ihrer Tochter über Düsseldorf nach Hongkong fliegen und hat ihren Flug ebenfalls nicht mehr erreicht. „Wir wissen jetzt auch nicht, wie es weitergeht“, sagte sie in der Um­bucher-Schlange. Wie viele Menschen letztlich einen Flug verpassten oder auf eine Umbuchung warten mussten, ist laut Flughafen unklar. Man sei noch in der genauen Analyse, so die Sprecherin.

Doch so viel scheint klar: Zum einen war bei der Abfertigung am Vormittag das Gepäckband für etwa 20 Minuten ausgefallen. Dann habe man auch beobachtet, dass viele Schalter der Fluggesellschaften nicht besetzt waren, möglicherweise wegen Krankmeldungen. Verantwortlich dafür seien jedoch die Fluggesellschaften. Hinzu kämen Staus und Verzögerungen bei der Anreise. Harder: „Da kamen einfach sehr viele Umstände auf einmal zusammen.“ Zu einem kompletten Flugausfall sei es aber nicht gekommen.

Passagiere berichteten allerdings von einem heillosen Durcheinander am Sonnabendvormittag. „Die Ferien haben den Flughafen Hamburg mal wieder überrascht“, hieß es ironisch auch in den Durchsagen mancher Flugbegleiter. Wer es an Bord geschafft hatte, war schon einen Schritt weiter als viele andere der insgesamt 23.000 Fluggäste, die allein am Sonnabend erwartet worden waren. Zur Spitzenzeit von 5 Uhr bis circa 10 Uhr hatten laut Homepage des Flughafens mehr als zehn Flüge eine Verspätung von mehr als einer halben Stunde­, viele starteten erst eine Stunde später zu europäischen Metropolen.

Weiterhin großer Ansturm erwartet

Auch bei Hansa Funktaxi gab es Engpässe. Wer nicht vorbestellt habe, sei arm dran, sagte ein Taxifahrer am frühen Sonnabendmorgen auf dem Weg zum Hamburger Flughafen. Bei der Sicherheitskontrolle gab es laut Flughafen indes keine Probleme, dort „hatten wir sogar personelle Überkapazitäten“, sagte die Flughafensprecherin.

Für die nächsten Tage erwartet die Flughafengesellschaft nun weiterhin einen großen Ansturm. Die Sprecherin rät daher, mindestens zwei Stunden vor Abflug an den Check-in-Schaltern zu sein. Zu bedenken sind dabei auch die zahlreichen Straßenbaustellen, insbesondere auf der A 7, die zu Verzögerungen bei der Anfahrt führen können. Insgesamt werden in den ersten fünf Ferientagen bis zum Mittwoch 1067 Flugzeuge mit zusammen 128.040 Passagieren von Hamburg aus starten. Zum Vergleich: Zum Beginn der Herbstferien im vergangenen Jahr erlebte der Flug­hafen mit 1015 Abflügen und 126.240 Fluggästen einen etwas weniger lebhaften Ferienstart.

Die Steigerung spiegelt dabei offensichtlich eine allgemeine Tendenz wider: Das Unternehmen „Hamburg Airport“, das zu 51 Prozent in städtischem Besitz ist, steuert in diesem Jahr auf einen Passagierrekord zu. Rund 16 Millionen Gäste werden demnach 2016 in Hamburg ab- oder weitergeflogen sein. Rund 60 Airlines fliegen von Hamburg aus 120 Urlaubsziele direkt an. Um angesichts steigender Passagierzahlen das bekannte Problem der langen Wartezeiten an der Gepäckausgabe und bei der Abfertigung in den Griff zu bekommen, hat das Unternehmen 100 neue Mitarbeiter eingestellt, rund 60 weitere sollen noch folgen.