Verkehr

Park-and-Ride-Anlagen: Was haben die Gebühren gebracht?

Hamburg zieht positive Bilanz der kostenpflichtigen P+R-Parkplätze. CDU-Verkehrsexperte: Die Anlagen werden deutlich weniger genutzt.

Hamburg. Die Nutzung der meisten P+R-Anlagen an den S- und U-Bahn-Stationen in Hamburg ist seit Juli 2014 kostenpflichtig. Die Regelung ist umstritten, doch jetzt zieht die Stadt nach gut zwei Jahren ein positives Fazit: An sieben der 18 entgeltpflichtigen Anlagen sei die Auslastung von 2014 wieder erreicht oder übertroffen worden. Ende August dieses Jahres hätten 17 der 18 Anlagen bereits höhere durchschnittliche Nutzerzahlen als im gesamten vergangenen Jahr gehabt, sagte ein Sprecher der Verkehrsbehörde.

Allerdings ist die Auslastung an fast allen Standorten bei Weitem nicht so hoch wie vor der Einführung der Kostenpflicht: So lag diese beispielsweise bei der P+R-Anlage Nettelnburg-Ost 2013 noch bei mehr als 90 Prozent und in diesem Jahr – es wurde die Auslastung bis August 2016 berücksichtigt – bei weniger als 60 Prozent. In Berne waren es rund 90 Prozent im Jahr 2013 und rund 60 Prozent in diesem Jahr. Wer auf einer P+R-Anlage parken möchte, bezahlt 2 Euro für eine Tageskarte, 20 Euro für eine 30-Tage-Karte und 200 Euro für eine Jahreskarte.

CDU-Verkehrsexperte übt Kritik an P+R-Gebühr

Kritik kommt von CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering: „Seitdem die P+R-Anlagen Geld kosten, werden diese deutlich weniger in Anspruch genommen.“ Thering rechnete vor: „Durch die Einführung der Gebühren im Jahr 2014 ist es bis Oktober 2015 zu Gesamtkosten von rund 8,5 Millionen Euro gekommen. Demgegenüber stehen Einnahmen von nur 1,9 Millionen Euro. Dazu sagte P+R-Geschäftsführer Klaus Uphoff dem Abendblatt: „Die 8,5 Millionen Euro beziehen sich auch auf umfangreiche Investitionen in die P+R-Anlagen sowie damit zusammenhängende Dienstleistungen Dritter, die sich langfristig durch Einnahmen amortisieren sollen.“ Uphoff ist wichtig: „Diese von der CDU genannten Zahlen beziehen sich nicht auf die reinen Einnahmen und Ausgaben, die sich aus der Entgeltpflicht ergeben. In diesem Bereich haben wir im vergangenen Jahr ein Plus von mehr als 300.000 Euro verzeichnen können.“