Städtevergleich

Warum Bahnfahren in Hamburg günstiger ist als in Berlin

Ach, wie schön ist Hamburg! Vor allem an den Landungsbrücken. Berlin ist natürlich auch nicht schlecht, aber in manchen Bereichen sei der kleineren Stadt im Norden etwas Vorsprung gegönnt.

Ach, wie schön ist Hamburg! Vor allem an den Landungsbrücken. Berlin ist natürlich auch nicht schlecht, aber in manchen Bereichen sei der kleineren Stadt im Norden etwas Vorsprung gegönnt.

Foto: Getty Images/iStockphoto

Vielleicht, weil es hier weniger Schwarzfahrer und, nun ja, weniger Sonne gibt – wie ein neuer Städtevergleich zeigt.

Hamburg.  In welcher Stadt ist die Schwarzfahrerquote höher? Wer hat mehr Kaufkraft? Und vor allem: In welcher Metropole lassen sich Ehepaare öfter scheiden? In Berlin? Oder doch in Hamburg? Ausgerechnet die Plattform printer-care.de, ein Portal für Drucker-Dienstleistungen, hat nun das Fass vom Vergleich der beiden größten deutschen Städte wieder aufgemacht. Aber immerhin: in relativ originellen Kategorien.

Berlin punktet mit schierer Größe und mit viel Wetter

Demnach ist die Scheidungsquote an der Spree mit 19,5 Aufhebungen des Eheversprechens pro 10.000 Einwohner geringfügig höher als an der Elbe, wo nur 18,4 Ehen amtlich bestätigt in die Brüche gehen. Dass das illegale Erschleichen von Beförderungsdienstleistungen in der Hauptstadt (sechs Prozent erwischte Schwarzfahrer) weit ausgeprägter als in der Hansestadt (3,5 Prozent) ist, hätte man sich noch denken können. Aber dass inzwischen auch das Kurzticket des HVV mit 1,50 Euro günstiger ist als die minimal veranschlagten 1,70 Euro bei den BVG, ist angesichts der gängigen Klischees schon, nun ja, überraschend. Zumal die Kaufkraft des durchschnittlichen Hamburgs mit 24.000 Euro die Shoppingpower des ebenso durchschnittlichen Berliners um 4000 Euro übersteigt.

In anderen Bereichen überzeugt Berlin wiederum durch schiere, geradezu erschlagende Größe: Gegen 30 Millionen Übernachtungen im Jahr sieht Hamburg mit knapp 11 Millionen einfach nur alt aus, auch 56 Hauptstadt-Schwimmbäder gegenüber 29 in der Hansestadt sind beeindruckend viel, ganz zu schweigen vom Zusammenzählen aller Theater und Museen. Endstand: 315 zu 120, glücklicherweise ist Masse kein Qualitätsmerkmal.

Die Zahl der Restaurants ist nahezu gleich, die der Sterne nicht

Ein paar Miet- und Immobilienkaufpreisunterschiede später (Hamburg ist per se knapp teurer) wird die Hansestadt am verwundbarsten: beim Wetter. Mehr Hitze im August (unverschämte zwei Grad wärmer!), weniger Regentage im Jahr (Berlin: 99; Hamburg: 133) und überhaupt mehr Sonne hat die Hauptstadt – 1623 Stunden pro Jahr gegenüber mageren 1557 in der Hansestadt. Umgerechnet sind das drei ganze Tage mehr Licht als im Norden. Dabei hat Berlin gar keinen Elbstrand, an dem man die Sonne genießen könnte. Zum Glück gibt es noch den HSV, der trotz des kleineren Stadions mit durchschnittlich 54.000 Zuschauern mehr als die alte Dame Hertha (47.000 pro Heimspiel) verbuchen kann.

Ansonsten hat Berlin bei fast gleicher Anzahl an Restaurants (4650 zu 4500) mehr Sterne in der Stadt. 20 Lokale haben mindestens einen Stern, in Hamburg sind es zehn. Dafür muss der Berliner tendenziell öfter allein essen gehen: die Single-Quote ist mit 54 Prozent höher als in Hamburg (47).

Die komplette Infografik: http://bit.ly/berlinvshamburg