Hamburg

Streit in den Kleingärten: „Schreber-Rebellen“ gegründet

Gruppe von Hamburger Kleingärtnern fühlt sich von ihrem Landesverband nicht genügend unterstützt, um Kleingartenflächen zu erhalten.

Hamburg. Für die ehrgeizigen Wohnungsbauziele des Senats geraten auch immer wieder Kleingärten in den Blick der Planer. In dieser Situation fühlt sich offenbar eine Gruppe der rund 43.000 Hamburger Kleingärtner von ihrem Landesverband nicht genügend unterstützt, um Kleingartenflächen zu erhalten.

So hat sich jetzt ein Verein gegründet, der sich als „Schreber-Rebellen“ bezeichnet. In einer Mitteilung nennt die Erste Vorsitzende des Vereins, Angelika Traversin, die „Nachverdichtung“ durch Teilung von Parzellen als nicht hinnehmbar. Dadurch würde die Anzahl der Kleingartenparzellen „künstlich“ erhöht. Als Folge könnten dann an anderer Stelle ganze Vereine geräumt und die Flächen von der Stadt verkauft werden, ohne dass sie dafür Ersatz leisten müsste.

Wichtiger sei, dass Kleingärten nicht an den Rand verlegt werden

Angelika Traversin: „Mit jeder geteilten Parzelle wird ein Stück der Hamburger Kleingärten vernichtet.“ Es sei dabei nicht hinnehmbar, dass die neue Mustersatzung und Gartenordnung des eigenen Dachverbands eine solche Nachverdichtung sogar vorsehe, kritisiert die Schreber-Rebellin.

Der so kritisierte Landesbund der 311 Kleingartenvereine in Hamburg weist diese Kritik jedoch zurück. Bei den Schreber-Rebellen handele es sich um eine sehr kleine Gruppe, „die ein Fass aufmacht, wo keines ist“, sagt der Erste Vorsitzende des Landesbunds, Dirk Sielmann. Die neue Satzung sei immerhin von 95 Prozent aller Vorsitzenden der Hamburger Kleingärten so gebilligt worden. Und wenn rund 1000 Quadratmeter große, alte Kleingärten in drei Parzellen mit rund 300 Quadrametern geteilt würden, müsse man das angesichts der Flächenkonkurrenz in der Stadt akzeptieren. Sielmann: „300 Quadratmeter – so groß sind heute fast manche Einfamilienhausgrundstücke.“ Wichtiger sei, sagt Dirk Sielmann weiter, dass es weiter Kleingärten mitten in der Stadt gebe – und sie nicht an den Rand verlegt werden.