St. Georg

Straßenkinderprojekt überreicht Petition an den Senat

Die Zukunft der Einrichtung Kids ist ungewiss. 6000 haben für den Erhalt unterschrieben. Am Freitag demonstrieren die Unterstützer.

Hamburg. Deutschlands größtes Straßenkinderprojekt "Kids" steht vor dem Aus und muss bis zum 1. Oktober die Räume im Bieberhaus am Heidi-Kabel-Platz räumen. Weil die Zukunft der Einrichtung noch immer nicht gesichert ist, fordern 6000 Hamburger jetzt in einer Online-Petition unter anderem Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (beide SPD) dazu auf, sich für den Verbleib des Projektes im Bieberhaus stark zu machen, die Verhandlungen um einen neuen Mietvertrag zu unterstützen oder dem "Kids" neue Räume in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof zur Verfügung zu stellen.

Demonstration am Freitag

Die Unterschriftenliste soll der Senatskanzlei am Freitag um 16 Uhr übergeben werden. Vorab werden die Initiatoren, darunter Burkhard Czarnitzki, Leiter des "Kids", in einem Demonstrationszug vom Bieberhaus zum Rathaus gehen. Die Demo startet um 14.30 Uhr. Czarnitzky setzt auf die Hilfe der Politik: "Das Kids muss erhalten bleiben – und zwar direkt am Hauptbahnhof."

Wie berichtet, hatte der Eigentümer des Bieberhauses, die Alstria Office Reit-AG, den Mietvertrag mit dem "Kids" zum 1. Oktober nach 23 Jahren gekündigt, um die Flächen zu modernisieren und dann später als Büros anzubieten.

Das "Kids" gehört zu dem gemeinnützigen Verein basis & woge und bietet an sechs Tagen in der Woche Beratung, Essen, Duschmöglichkeiten und einen warmen, geschützten Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche, die zeitweilig obdachlos am Hauptbahnhof leben. Im vergangenen Jahr gab es 10.000 Kontakte mit Betroffenen.