HWWI

Neues Institut zur Erforschung digitaler Ökonomie

Prof. Dr. Henning Vöpel, Chef des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts HWWI

Prof. Dr. Henning Vöpel, Chef des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts HWWI

Foto: Marcelo Hernandez

Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut will stärker digitale Ökonomie erforschen. Auch räumlich verändert sich etwas.

Hamburg.  Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) steht vor einem Umbruch. Zum 1. Oktober gehe als eigenständige Einheit unter dem Dach des HWWI ein Institut zur Erforschung der digitalen Ökonomie an den Start, kündigte HWWI-Direktor Henning Vöpel in Hamburg an.

Das „Institute for Digital Economics and Applied Solutions“ (IDEAS@HWWI) soll die ökonomischen Grundlagen und die politischen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung erforschen. „Die digitale Vernetzung wird das Denken in der Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifender verändern als wir uns das bislang vorstellen“, sagte Vöpel.

Ergänzt werde das neue Institut durch ein Forum „Bridges2Future“, mit dessen Hilfe sich Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft austauschen sollen. „Die Digitalisierung bedeutet eine Neuvermessung der Welt“, sagte Vöpel. „Märkte, Wettbewerb und Branchen verändern sich radikal.“ Mit „Bridges2Future“ wolle das HWWI ein übergreifendes und experimentelles Forum schaffen, um Brücken in die Zukunft zu schlagen.

Die traditionellen Forschungsfelder des HWWI wie die Konjunkturforschung, der Rohstoffpreisindex oder die Arbeitsmarktanalyse sollen auch weiterhin ihren Platz behalten, wenngleich das Thema der Digitalisierung deutlich aufgewertet werde. Mit der inhaltlichen Neuorientierung geht auch eine räum­liche Veränderung einher: Das HWWI verlässt gegenwärtig seine bisherige Residenz in Harvestehude und zieht vor­übergehend in Büroräume am Hafenrand. Im kommenden Jahr ist ein weiterer Umzug geplant.

Grund ist die wirtschaftliche Schieflage des Instituts, die ein Verlassen der Villa an der Heimhuder Straße notwendig gemacht hat. Wie das Abendblatt berichtete, hatte die Universität Hamburg im Frühjahr beschlossen sich aus dem HWWI nach Millionenverlusten zurückzuziehen. Die Hamburger Handelskammer entschied daraufhin, der Uni ihren 50-Prozent-Anteil zum symbolischen Preis von einem Euro abzukaufen und die Trägerschaft des In­stituts vorläufig komplett zu übernehmen. Maßgabe war die Suche nach einem neuen Partner sowie die Schärfung des Profils des HWWI.