Zwischenruf

Haut ab, ihr Schleimer: Schnecken zu verschenken

Matthias Schmoock

Matthias Schmoock

Foto: Klaus Bodig / HA

Es gab vermutlich noch kein Jahr in der Geschichte unserer Stadt, in dem Schnecken in solchen Massen über unsere Gärten hergefallen sind. Ob sie nun Braune, Hellbraune oder Spanische Wegschnecke heißen, ist mir total egal, ich möchte mich diesen überaus unsympathischen Schleimern ja auch nicht namentlich bekannt machen. Stiefmütterchen, Sonnenblumen, Lavendel, Schafgarbe – innerhalb weniger Nächte dahin. Diesmal wurde wirklich alles attackiert, sogar Jasmin und der zähe, unverwüst­liche Giersch. Schneckenkorn und Bierfalle in Ehren, aber was hilft nun wirklich gegen diese Schädlinge?

Die Fachbücher drücken sich da recht vornehm aus: Immer wieder ist vom „Absammeln“ die Rede – am besten frühmorgens. Schön und gut, Schnecken fangen ist ja nicht gerade schwer. Und dann? Ein Lehrer macht ja auch weiter, nachdem er die Schüler begrüßt hat, und ein Zahnarzt hört nach „Bitte mal öffnen“ auch nicht auf. Was also soll man mit den „abgesammelten“ Schnecken machen? Verschenken? Im Park aussetzen? 1000 Igel suchen und damit füttern? Kein Ratgeber gibt dazu eine unmissverständliche Antwort, achten Sie mal drauf!

Vermutlich ist es politisch nicht korrekt, irgendwelche Abmurks-Methoden zu empfehlen, also wird man mit geschliffenem Spaten, Mülltüte und schlechtem Gewissen allein gelassen.

Rücksichtnahme in Ehren, aber hier hilft sie weder dem Hobbygärtner noch den Blumen. Stehen Hamburgs Gärten bei so viel Zimperlichkeit in Sachen Schneckenschicksal nicht bald vor einer vollständigen Übernahme durch diese Plage? Würde mich nicht wundern.