Hamburg

Fisch ist bei den Deutschen weiter sehr beliebt

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Das sind unsere Lieblingsfische

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Fischinformationszentrum legt in Hamburg Zahlen zum bundesweiten Fischkonsum vor. Greenpeace kritisiert zu hohen Pro-Kopf-Verbrauch.

Hamburg. Die Bundesbürger essen weiter gerne Fisch – und geben dafür mehr Geld aus. Die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten sei 2015 mit 1,15 Millionen Tonnen stabil geblieben, teilte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) am Mittwoch in Hamburg mit. Das entspreche einem Pro-Kopf-Verbrauch von 14,1 Kilogramm – 200 Gramm weniger als im Jahr zuvor. Allerdings stieg der Umsatz bei den Unternehmen.

„Niemals zuvor wurde in Deutschland mit 3,7 Milliarden Euro mehr Geld im Einkauf von Fisch und Co. ausgegeben als im Jahr 2015“, sagte der FIZ-Vorsitzende Thomas Lauenroth. Wie 2014 war den Angaben zufolge der Lachs der beliebteste Speisefisch der Deutschen, gefolgt von Alaska-Seelachs, Hering, Thunfisch und Forelle. Auf diese fünf Fischarten entfielen im vergangenen Jahr rund drei Viertel des Fischkonsums in Deutschland.

90 Prozent des Speisefisches muss importiert werden

Die Zahlen zeigten jedes Jahr stärker, dass zu viel Fisch gegessen und bei der Auswahl nicht genug auf Nachhaltigkeit geachtet würde, kritisiert Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack. "Weltweit ist der Pro-Kopfverbrauch gegenüber den 1960er Jahren um über das Doppelte gestiegen – das geben die Meere nicht mehr lange her", sagt Maak. Fast 90 Prozent des Speisefisches in Deutschland müsse importiert werden, denn die Fischbestände in der deutschen Nord- und Ostsee reichten nicht aus. Vor allem der Nordseekabeljau und der Ostseedorsch sind laut Maack von der Überfischung betroffen. Die über Jahre von den verantwortlichen Fischereiministern vergebene Überfischungsquoten hätten zu dieser Situation geführt. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) müsse die industrielle Fischerei endlich einschränken. "Das bedeutet auch, dass weniger Fisch gegessen werden sollte. Fisch muss wieder vielmehr zur Delikatesse für besondere Gelegenheiten werden." Bei der umweltbewussten Auswahl helfe der Greenpeace-Fischratgeber.”

( ced/dpa )

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