Weitergabe von Daten

Hamburger Datenschützer empört über WhatsApp-Facebook-Deal

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar

Foto: dpa

Daten sollen künftig zwischen beiden Diensten hin- und hergeschoben werden. Johannes Caspar: "Ohne Einwilligung ist das unzulässig."

Hamburg. Die Weitergabe von Daten des Kurznachrichtendienstes WhatsApp an den Mutterkonzern Facebook stößt bei Datenschützern auf Kritik. Daten zwischen den Diensten des Facebook-Imperiums hin- und herzuschieben, sei "ohne ausdrückliche Einwilligung der Nutzer so nicht zulässig", sagte der Hamburger Landesdatenschutzbeauftragte Johannes Caspar der Funke-Mediengruppe, zu der auch das Hamburger Abendblatt gehört. Facebook werde sich auf eine Untersuchung einstellen müssen.

WhatsApp hat seine Nutzungsbedingungen geändert und will nun die Telefonnummern seiner Nutzer sowie die Nutzungshäufigkeit des Dienstes an das soziale Netzwerk Facebook weitergeben. Die User könnten dadurch bei Facebook mehr auf sie zugeschnittene Werbung bekommen.

Mit dieser Strategie wolle Facebook wahrscheinlich die enormen Kosten von umgerechnet 19,5 Milliarden Euro wieder einspielen, die der Kauf von WhatsApp 2014 verursacht habe, sagte Caspar. "Nun wird das Sparschwein geschlachtet." Viele Nutzer hätten sich an WhatsApp gewöhnt und dort ihre Kontakte organisiert. "Facebook versilbert diese Beliebtheit jetzt."