Spielbank Hamburg

„Nichts geht mehr“: In Hamburgs Casinos wird gestreikt

Ein Roulettekessel in einem Casino (Symbolbild)

Ein Roulettekessel in einem Casino (Symbolbild)

Foto: imago/ITAR-TASS

Unbefristeter Streik: Ver.di fordert mehr Gehalt für Croupiers und Servicemitarbeiter. Spielbank schränkt Programm ein.

Hamburg. Ein unbefristeter Streik der Mitarbeiter legt derzeit den Betrieb in den vier Einrichtungen der Spielbank Hamburg lahm. Ein Großteil der rund 300 Mitarbeiter hatte sich in einer Urabstimmung für den unbefristeten Streik ausgesprochen, am Freitagabend kam es zu ersten Arbeitsniederlegungen in dieser neuen Streikphase. Die Spielbank betreibt neben dem glamourösen Casino an der Esplanade auch Dependancen an der Reeperbahn, der Mundsburg und am Steindamm.

In den vergangenen Wochen hatte es bereits Warnstreiks gegeben. Denn mehrere Verhandlungsrunden in den derzeitigen Tarifverhandlungen hatten zu keinem Ergebnis geführt, dem beide Seiten zugestimmt hätten. Die zuständige Gewerkschaft Ver.di fordert unter anderem eine Erhöhung des Grundgehalts für die Croupiers und Servicemitarbeiter, Urlaubs- und Weihnachtsgeld für alle sowie eine Erhöhung der Nachtarbeitszuschläge und einer Verringerung der Arbeitszeit für bestimmte Mitarbeitergruppen.

Verhandlungen mit Spielbank auf Eis gelegt

Die Spielbank Hamburg hat bereits aufgrund der Streikankündigung eine für September geplante Hamburger Poker-Meisterschaft abgesagt. Man könne einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung nicht gewährleisten, weil es spontan und kurzfristig zu einer Streiksituation kommen könnte, heißt es auf der Internetseite.

Nun wird es laut Ver.di immer wieder zu Arbeitsniederlegungen und Aktionen bei der Spielbank kommen. Weitere Verhandlungstermine gebe es erst, wenn eine Annäherung in Sicht sei. „Wir wollen jetzt Bewegung beim Arbeitgeber sehen“, sagt Ira Gloe-Semler, Verhandlungsführerin bei Ver.di. „Ein Aussitzen des Konfliktes wird es nicht geben. Die Beschäftigten der Hamburger Spielbank sind streikbereit und werden das auch zeigen. Der Ball liegt jetzt bei der Geschäftsführung.“