Zentral-Abitur

Erstmals fast 10.000 Abiturienten in Hamburg

| Lesedauer: 4 Minuten
Peter Ulrich Meyer
Eine Schülerin bei der schriftlichen Abiturprüfung (Archivbild)

Eine Schülerin bei der schriftlichen Abiturprüfung (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

9768 Schüler haben die Reifeprüfung bestanden – mehr als die Hälfte sind Mädchen. Die Durchschnittsnote liegt bei 2,44.

Hamburg.  Der Trend zum Abitur ist ungebrochen. Auch in diesem Jahr klettert die Zahl der Abiturienten auf eine neue Höchstmarke: 9768 junge Menschen haben 2016 die Reifeprüfung bestanden – das sind noch einmal 317 mehr als im vergangenen Jahr mit dem bisherigen Rekordwert.

Dabei liegen die Gymnasien klar vorn: 5894 Schüler (60 Prozent) absolvierten die Prüfung an einem der 61 Standorte. An den 58 Stadtteilschulen bestanden 3128 junge Menschen (32 Prozent) das Abitur – hier war die Steigerung mit einem Plus von 214 Schülern gegenüber 2015 besonders hoch. Noch einmal 411 Schüler (vier Prozent) schafften den Abschluss an den Beruflichen Gymnasien, 335 Schüler beendeten ihre Schullaufbahn am Abendgymnasium, dem Hansa-Kolleg oder den Berufsoberschulen erfolgreich.

Rund neun von zehn Abiturienten haben eine staatliche Schule besucht. Exakt 762 Schüler bestanden den Abschluss an einem nicht-staatlichen Gymnasium oder einer Stadtteilschule.

Die Zahl der Schüler, die durchs Abitur gefallen sind, stieg ebenfalls

Doch es gibt einen Wermutstropfen in der Bilanz: Auch die Zahl der Schüler, die durchs Abitur gefallen sind, ist gestiegen: von 374 (3,9 Prozent) auf 479 (4,7 Prozent).

Schulsenator Ties Rabe (SPD) blickte in einer ersten Reaktion auf die erneut gestiegene Zahl der bestandenen Prüfungen. „Ich freue mich sehr darüber, dass Hamburgs Abiturienten das Zentralabitur erneut gut bewältigt haben“, sagte Rabe.

Seit 2014 müssen alle Schüler an Gymnasien und Stadtteilschulen in 27 Fächern dieselben, zentral vorgegebenen Aufgaben im schriftlichen Abitur lösen.Darüber hinaus umfassen die schriftlichen Prüfungen in Mathematik, Deutsch und Englisch auf erhöhtem Niveau Aufgabenteile, die gleichzeitig auch in Bayern, Sachsen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gestellt werden.

„Die hohe Bildungsbeteiligung darf nicht damit erkauft werden, dass die Qualität des Abiturs gesenkt wird“, betonte Rabe. Die schon eingeführten zentralen Elemente führten zu mehr Bildungsgerechtigkeit und trügen dazu bei, „das Hamburger Abitur im Bundesvergleich gut aufzustellen“. Von 2017 an enthält das Abitur in allen 16 Ländern zentrale Bestandteile.

Die Durchschnittsnote sank im Vergleich zum Vorjahr minimal

Die Steigerung der Abiturientenzahl an den Stadtteilschulen zeige, dass diese Schulen „auf einem guten Weg“ seien. „Besonders gratulieren möchte ich den sechs Abiturienten mit Fluchthintergrund, die die Prüfungen erfolgreich bestanden haben, fünf davon an der Nelson-Mandela-Schule in Kirchdorf, einer am Gymnasium Hamm“, sagte der Senator.

Bei den Leistungen erreichte der Abi-Jahrgang 2016 nicht ganz das Niveau seines Vorgängers: Die Durchschnittsnote an allen staatlichen und nicht-staatlichen Schulen sank von 2,43 auf 2,44. Auch die Traumnote 1,0 wurde ebenfalls nicht so häufig erreicht wie 2015: 137 Schüler schlossen die Schulzeit mit dem besten aller denkbaren Ergebnisse ab, im Vorjahr waren es noch 158. Am Christianeum (Othmarschen) schafften gleich sieben Abiturienten die Bestnote, gefolgt vom Hansa-Gymnasium (Bergedorf) mit sechs sowie dem Buckhorn-Gymnasium und dem Walddörfer-Gymnasium (beide Volksdorf) mit jeweils fünf Schülern.

Die Leistungsspitze ist etwas schmaler geworden, das untere Ende der Notenskala etwas breiter: 24 Prozent der Abiturienten haben einen Notenschnitt zwischen 1,0 und 1,9 (Vorjahr: 25 Prozent), 50 Prozent (Vorjahr: 51 Prozent) liegen im Mittelfeld zwischen 2,0 und 2,9, während der Anteil der Abschlüsse mit einem Schnitt von 3,0 oder schlechter von 24 auf 26 Prozent anstieg.

Die Mädchen liegen vor den Jungen: 80 der 137 1,0-Abiture (58 Prozent) gehen auf ihr Konto. Im vergangenen Jahr war die Quote noch ausgeglichen. Auch beim Abschluss insgesamt haben die Schülerinnen einen Vorsprung: 54 Prozent der Abi-Zeugnisse gingen in weibliche Hände (2015: 53 Prozent).

Die Durchschnittsnote an den Gymnasien lag mit 2,34 deutlich vor dem Wert der Stadtteilschulen mit 2,61. Die Max-Brauer-Schule (Bahrenfeld) erreichte bei den Stadtteilschulen mit einem Notenschnitt von 2,17 den Topwert, gefolgt von den Stadtteilschulen Bergstedt (2,40), Winterhude (2,41) sowie Blankenese und Walddörfer (jeweils 2,42). Das Helene-Lange-Gymnasium (Harvestehude) lag mit einem Schnitt von 1,99 als einzige Schule unter der Note 2,0. Knapp darüber lagen das Johanneum (Winterhude, 2,03), das Gymnasium Oberalster und das Christianeum (jeweils 2,05) sowie Buckhorn (2,06).

Die meisten Abiturienten gab es am Gymnasium Grootmoor (Bramfeld) und der Goethe-Stadtteilschule (Harburg) mit jeweils 158. Auf den weiteren Plätzen: Gymnasium Ohmoor (Niendorf) mit 137, sowie die Julius-Leber-Stadtteilschule (Schnelsen) mit 136.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg