Schanzenviertel

Wie gefährdet ist das Kino 3001 im Schanzenhof?

Wieder Protest vor dem Schanzenhof: Nun sei auch das Kino 3001 akut bedroht, heißt es. Was der Eigentümer dazu sagt.

Hamburg.  Rund 120 Menschen haben am Sonnabend bei einer Kundgebung für den Erhalt des Kinos 3001 und gegen die Umwandlung des sogenannten Schanzenhofs demonstriert. Mit Trillerpfeifen, Töpfen und Trompeten machten die Demonstranten ab 18 Uhr ihrem Unmut vor dem Gebäudekomplex an der Bartelsstaße Luft. Die Polizei riegelte den Eingang zum neu eröffneten Hotel „Pyjama Park Schanzenviertel“ ab und forderte die Protestler auf, die Straße freizumachen. Die Kundgebung verlief jedoch friedlich.

Abmahnung wegen unerlaubter Nutzung des Innenhofs

Nach Aussagen der Initiatoren der Protestaktion, ist das Kino 3001 derzeit akut bedroht. Demnach hätten die neuen Eigentümer der Immobilie bereits vor einigen Wochen veranlasst, „die jahrzehntelang bestehenden Sitzmöglichkeiten und Fahrradständer“ im Innenhof vor dem Kino zu entfernen, heißt es aus dem Umfeld der Initiative Schanzenhof. Zudem habe man angeordnet, die Schaukästen des Kinos abzubauen. Andernfalls drohe eine fristlose Kündigung.

Der Eigentümer und Geschäftsführer der HWS Immobilien GmbH, Maximilian Schommartz, hatte in einem Gespräch mit dem Abendblatt eine Abmahnung wegen unerlaubter Nutzung des Innenhofs zuletzt bestätigt. Zugleich verwies er jedoch darauf, das Kino 3001 erhalten zu wollen. Derzeit hat das 3001 noch einen laufenden Mietvertrag bis zum Jahr 2021.

Eigentümer: Kino 3001 soll erhalten bleiben

Es gebe bereits jetzt die Möglichkeit, „den Standort langfristig zu darstellbaren Konditionen verbindlich zu sichern“, so Schommartz in einer schriftlichen Stellungnahme. „Unsererseits könnte ein langfristiger Vertrag längst unterzeichnet sein. Leider verweigert sich der Hauptgesellschafter des Kinos seit Monaten beharrlich unseren Gesprächsangeboten.“ Von einer Verdrängung des Kinos könne keine Rede sein.

Wie berichtet hatte die HWS Immobilien- und Vermögensverwaltung der Gebrüder Maximilian und Moritz Schommartz den Gebäudekomplex im März 2013 gekauft. Vergangenes Jahr kündigten die Eigentümer an, die Miete auf das „ortsübliche Niveau“ erhöhen zu wollen. Einige Mieter weigerten sich jedoch und schlossen sich daraufhin zu einer Initiative zusammen. Immer wieder kam es in der Folge zu Protesten im Schanzenviertel.

Protest richtet sich auch gegen neues Hotel

Neben einem Sportstudio, das bereits im vergangenen Dezember seine Fläche räumte, sind auch die Mieter der Kulturetage sowie das Hotel Schanzenstern inzwischen aus dem Gebäudekomplex ausgezogen. Die Drogenhilfeeinrichtung Palette e.V. darf zumindest noch solange bleiben, bis ihre neuen Räumlichkeiten an der Amandastraße bezugsfähig sind.

Der Protest am Sonnabend richtet sich jedoch nicht nur gegen die Gebrüder Schommartz, sondern auch gegen Hotelier Stephan Behrmann, der die Räume des ehemaligen Hotels Schanzenstern übernommen und dort Anfang Juli das Pyjama Park Schanzenviertel eröffnet hat. Die Initiative Schanzenhof und ihre Unterstützer werfen dem 42-Jährigen vor, ein „heuchlerischer Geschäftemacher“ zu sein, der „skrupellos einen Großteil der Fläche“ übernommen habe.

In einem anonymen Flugblatt, mit dem in den vergangenen Tagen für die Kundgebung am Sonnabend mobilisiert wurde, heißt es, man wolle die Brüder Schommartz und Stephan Behrmann „aus dem Schanzenhof vertreiben“. Ziel der Kundgebung sei es, die Gäste des neuen Pyjama Park Schanzenviertel „laut und enthusiastisch zu begrüßen“. „Willkommen zu Gast bei Feinden“, so das Motto der Verfasser.