HafenCity

1000 Besucher bei Lohsepark-Eröffnung mit Olaf Scholz

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) spricht bei der Eröffnung des Lohseparks in der Hafencity in Hamburg

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) spricht bei der Eröffnung des Lohseparks in der Hafencity in Hamburg

Foto: Bodo Marks / dpa

Am Sonnabend hat Bürgermeister Scholz die größte Grünfläche in der HafenCity eröffnet. Es ist auch ein Ort mit düsterer Geschichte.

Hamburg. Ein Ort mit trauriger Geschichte wird zum grünen Zentrum der Hamburger Hafencity: Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat am Sonnabend den Lohsepark eröffnet. Der neu gebaute Park mit vielen Spielangeboten ist mehr als vier Hektar groß. 14,5 Millionen Euro wurden investiert. „Der Lohsepark ist ein echter Volkspark, wie er in Hamburg vor gut hundert Jahren entstand“, sagte Scholz vor rund 1000 Besuchern. Ein buntes Fest lockte am Sonnabend vor allem Familien mit Kindern an. Noch bis Sonntagabend können Besucher Konzerte, Theater oder Lesungen erleben. Auch Sportangebote, Gesprächsrunden und Führungen stehen auf dem Programm.

Vor 15 Jahren war die heutige Hafencity noch ein abgewirtschaftetes Hafenareal. In dem jüngsten Hamburger Stadtteil ist der Lohsepark nun die größte Grünfläche. Er reicht vom Ericusgraben im Norden bis zum Baakenhafen im Süden, ist 550 Meter lang und 100 Meter breit. Auf dem Gelände stand früher der Hannoversche Bahnhof, von dem aus in den Jahren 1940 bis 1945 während der Nazi-Diktatur mindestens 7692 Juden, Sinti und Roma deportiert wurden. „Dass Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen, Mitbürgerinnen und Mitbürger ihnen nicht zu Hilfe kamen, beschämt uns bis heute“, sagte Scholz.

Eine diagonal durch den Park verlaufene „Fuge“ mit einem Schotterbett ist bereits fertig und erinnert an die ehemaligen Gleisanlagen. Relikte des historischen Bahnsteigs würden noch behutsam saniert, hatte der Chef der Hafencity GmbH, Jürgen Bruns-Berentelg, kürzlich erklärt. Die Einweihung der Gedenkstätte ist für das Frühjahr kommenden Jahres geplant. Namenstafeln werden dann an die Opfer erinnern. Bis 2019 soll auch ein Dokumentationszentrum fertig werden. Eine temporäre Ausstellung wird bereits gezeigt.

Rund 500 Bäume wurden gepflanzt

Der Lohsepark ist nach dem Lohseplatz benannt. Hermann Lohse (1815-1893) war der Ingenieur der ersten Eisenbahnbrücke über die Norderelbe. Der Lohseplatz als früherer Vorplatz des Hannoverschen Bahnhofs wurde nach Angaben der HafenCity GmbH zusammen mit altem Baumbestand in die Parkgestaltung einbezogen. Die ersten Bauabschnitte des Lohseparks im Süden und im Norden seien bereits 2013 fertiggestellt worden.

„In keinem anderen Hamburger Park kommen sich Stadt und Natur, Wasser und Grün, Gestaltung und Freiraum, Spiel- und Gedenkfläche so nahe wie hier“, sagte Scholz. Geschwungene Wege führen durch den Park, der über mehrere Ebenen gestaffelt ist und zahlreiche Möglichkeiten zum Spielen bietet. Rund 500 Bäume wurden auf dem Gelände gepflanzt.

„Wir wollten dem Park auch bei der Material-Verwendung einen besonderen Charakter geben“, sagte Bruns-Berentelg. Ein Beispiel dafür sei eine kunstvoll gestaltete Mauer aus sogenannten Gittersteinen. Robinien, die früher an anderer Stelle standen und gefällt werden mussten, dienten als Material für Klettergeräte. Die Spielangebote orientieren sich an der Vegetation: Slacklines überspannen Niederungen und Trampoline wurden in Grasmulden eingelassen.