Hamburg

Trauer beim Public Viewing nach EM-Aus für Deutschland

Der Traum vom Finaleinzug ist geplatzt: In Hamburg litten 45.000 Fans mit der National-elf – und hinterließen sechs Tonnen Müll.

Hamburg.  Hängende Köpfe beim Public Viewing in Hamburg: Knapp 45.000 Fans haben auf dem Heiligengeistfeld die Niederlage der deutschen Elf im Halbfinale gegen Frankreich mitverfolgt. Bei einem 0:2-Rückstand hatten viele von ihnen wohl bis zur letzten Minute auf ein Fußballwunder gehofft, am Ende ließ sich die Führung der Gastgeber jedoch nicht mehr aufholen: die „Équipe Tricolore“ marschiert ins Finale dieser Europameisterschaft, während die Hamburger Fans vor Ort ebenso wie die deutschen Spieler an diesem Abend enttäuscht die Heimreise antreten.

Vermutlich lag es auch an ihrer Enttäuschung über den verpassten Finaleinzug, dass die Fussballfans nach Abpfiff ihre Fanartikel frustriert liegen ließen anstatt sie zu entsorgen. Insgesamt ließen sie rund sechs Tonnen Müll auf dem Heiligengeistfeld zurück.

Jede Balleroberung wurde frenetisch beklatscht

Anfangs versprach der Abend in Hamburgs größter Fanarena zunächst Dank gutem Wetter und einem rekordverdächtigen Besucheransturm stimmungsvoll zu werden. Zu Beginn wird noch jede Balleroberung frenetisch beklatscht, jedes Foul mit Pfiffen und empörten Schlachtrufen gestraft.

Immer wieder vollführen die Fans den „Haka“: Eine mit schallenden „Huh“-Ausrufen verstärkte Klatsch-Choreografie der isländischen Mannschaft, die im Verlauf dieser EM für den ein- oder anderen Gänsehautmoment gesorgt und sich zum Sinnbild grenzenloser Fanliebe entwickelt hat. Doch das alles kann „die Mannschaft“ nicht vor dem EM-Aus bewahren. Immer wieder vergraben die Fans angesichts der Gegentore das Gesicht in ihren Händen. Ein Handelfmeter und ein zweiter Treffer von Frankreichs Stürmerstar Antoine Griezmann lassen den Traum vom nächsten großen Titel platzen.

Aber manch einer findet trotz der Enttäuschung anerkennende Worte für die Sieger. „Sie haben gut gespielt - und dazu ein bisschen mehr Glück gehabt. Nächstes Mal geht der Sieg wieder an uns“, sagt ein Fan, ehe er in eine der überfüllten Bahnen steigt. Währenddessen beginnt im Hintergrund der Abbau der großen Leinwand. Am Sonntag trifft Gastgeber Frankreich auf das portugiesische Team um Superstar Ronaldo. Dann jedoch ohne deutsches Team - und ohne Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld.