Motorrad-Parade

Harley Days starten in Hamburg – aber nicht ohne Kritik

Bei der großen Motorrad-Parade am Sonntag werden rund 10.000 Biker erwartet

Bei der großen Motorrad-Parade am Sonntag werden rund 10.000 Biker erwartet

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

50.000 Biker werden ab dem heutigen Freitag in der Hansestadt erwartet. Doch die Veranstaltung stößt nicht bei allen auf Begeisterung.

Hamburg.  Blitzendes Chrom, knatternde Bikes, Feuershows und eine große Parade durch die Stadt: An diesem Wochenende erobern die Harley-Davidson-Fahrer wieder die Hansestadt. Startschuss der 14. Harley Days, bei der 50.000 Biker und 600.000 Besucher erwartet werden, ist der heutige Freitag.

Höhepunkt der Veranstaltung ist die große Parade mit rund 10.000 Bikern am Sonntag. Sie startet um 13 Uhr auf dem Großmarktgelände und führt über die HafenCity und die Köhlbrandbrücke wieder zurück. Die besten Zuschauerplätze gibt es auf der Reeperbahn, am Rödingsmarkt auf der U-Bahn-Brücke über die Willy-Brandt-Straße, am Baakenhafen und bei den St. Pauli-Landungsbrücken auf dem Weinberg gegenüber der U- und S-Bahn-Station.

Nabu kritisiert „lärmende Protzerei“

Doch die Harley Days stoßen in Hamburg nicht nur auf Begeisterung. Massive Kritik übt der Naturschutzbund (Nabu) Hamburg. Die „knatternden, laut röhrenden und stinkenden Motorräder“ würden dann durch Hamburg fahren und zu einer „unnötigen Lärmbelastung und Luftverpestung“, kritisiert der Nabu, der am Sonntag während der großen Motorradparade die Lärmbelastung messen wird. Ziel der Aktion sei es, „das Ausmaß dieser Gesundheitsgefährdung zu ermitteln“, kündigte der Nabu an.

Es gebe unter den Motorradfahrern viele, die es darauf anlegen würden, an dem Harley Days Wochenende ordentlich viel Lärm zu produzieren, kritisierte Alexander Porschke, Vorsitzender des Nabu Hamburg. Das Stadtmarketing verkaufe das Massenevent seit Jahren trotz Lärmstörung und Luftverpestung als Hamburger Attraktion. Doch für die große Mehrheit sei „diese lärmende Protzerei“ ein gesundheitsschädliches Ärgernis, sagte Porschke.

„Harley Village“ für alle Besucher kostenlos

Die Fans der Harley Days dürften das anders sehen. Von Freitag bis Sonntag steht das 40.000 Quadratmeter große „Harley Village“ auf dem Großmarkt-Gelände allen Besuchern kostenlos offen. Biker stellen hier stolz ihre Schmuckstücke zur Schau, Händler bieten Lederjacken und Zubehör an. Die Anreise für Gäste sollte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen (Linie S3 bis Hammerbrook oder U1 bis Steinstraße).

Eine Feuer- und Pyroshow taucht die Harley Days am Freitag und Sonnabend zu stimmungsvoller Musik in ein ganz besonderes Licht. Das Event an der Wasserkante des Großmarktes startet um 22.45 Uhr.

Bluesrockröhre aus Nashville tritt auf

Am Sonnabend dreht sich in der Mönckebergstraße alles um die „Ride-In Bike Show“ – und die beste Darbietung der veredelten Motorräder. Los geht es um 11 Uhr. Die Siegerehrung findet am Nachmittag statt. Am Abend können Biker und Rocker sich auf ein erstklassiges Musikprogramm freuen.

Im „Harley Village“ treten insgesamt zehn Interpreten auf: Bluedog, Zodiac, Bonfire, The Quireboys, Mallet, Her & Kings County, Prime Circle, Ohrenfeindt, Hank Davison & Friends und Stacie Collins. Als musikalischer Geheimtipp gilt der Auftritt von Collins am Sonntag, 16.15 Uhr auf der Main Stage. Die Bluesrockröhre aus Nashville dürfte die Herzen der Zuhörer mühelos erobern. Zu den Akteuren gehört auch die Band Ohrenfeindt aus St. Pauli mit ihrer Kulthymne „harley luja“. Ihr Konzert ist am Sonnabend , 21.15 Uhr, geplant.