Eimsbüttel

Obdachlosenzaun am Isebekkanal muss wieder weichen

Unter einer Brücke am Isebekkanal am Kaiser-Friedrich-Ufer wurde ein Zaun errichtet, damit dort keine Obdachlosen mehr übernachten

Unter einer Brücke am Isebekkanal am Kaiser-Friedrich-Ufer wurde ein Zaun errichtet, damit dort keine Obdachlosen mehr übernachten

Foto: Michael Rauhe / HA

Bis Anfang September soll der Zaun abgerissen werden. Das hat der Eimsbütteler Kerngebietsausschuss jetzt beschlossen.

Eimsbüttel.  Der Obdachlosenzaun am Isebekkanal in Eimsbüttel kommt weg. Das hat der Eimsbütteler Kerngebietsausschuss jetzt beschlossen.

Bis zum Ende der Sommerpause in der Hamburger Verwaltung Anfang September wird der Zaun, der verhindern soll, dass Obdachlose unter der Goebenbrücke am Isebekkanal campieren, abgerissen. Sollten die Behördenmitarbeiter feststellen, dass für die Obdachlosen, die dort übernachten, aber Lebensgefahr besteht, weil sie im Schlaf oder im betrunkenen Zustand ins Wasser rollen könnten, soll ein Zaun parallel zum Ufer aufgestellt werden. Die Männer hätten somit wieder die Möglichkeit, unter der Brücke zu schlafen.

Das Bezirksamt hatte unter der Goebenbrücke auf beiden Seiten des Ufers im Frühjahr Zäune für mehr als 4000 Euro errichten lassen, um die Obdachlosen zu vertreiben. Die grünen Gitterzäune sind so aufgestellt, dass niemand überhaupt unter die Brücke gelangen kann. Nachdem eine Anwohnerin im Viertel mit Flugzetteln darauf aufmerksam gemacht hatte und den Rückbau forderte, protestierten nach und nach auch Politiker der Linken und der Grünen gegen die Maßnahme und forderten den Abbau des Zaunes.

Campieren in Grünanlagen ist eine Ordnungswidrigkeit

Fabian Klabunde, Mitglied der Grünen im Kerngebietsausschuss, hatte sich für den Abriss der Zäune eingesetzt. Er ist zufrieden: „Ich freue mich, dass die Verwaltung die Verhältnismäßig betont und dass eine Gefahrenabwehr einen größeren Stellenwert hat als das Vermeiden einer Ordnungswidrigkeit.“ Denn die Verwaltung hatte deutlich gemacht, dass das Übernachten unter der Brücke und in Grünanlagen eine Ordnungswidrigkeit sei. Zudem sei es der Verwaltung auch „um den Schutz von Leib und Leben“ gegangen.

„Es freut mich, dass eine Gefahrenabwehr nicht durch eine Abzäunung der Brücke, sondern allenfalls des Ufers erfolgen soll“, so Klabunde. Ein Zaun sei kein angemessenes Mittel. Um in Zukunft vorab informiert zu sein, fordert FDP-Bezirksabgeordneter Burkhardt Müller-Sönksen, bei ähnlichen Zaunbaumaßnahmen im Kerngebiet Eimsbüttels, solche Pläne vorher vorzustellen.