Fronleichnam

Hamburgs katholische Schulen geben heute unterrichtsfrei

Regelung gilt an Fronleichnam für immerhin 21 Lernstätten. Weniger als die Hälfte der Hamburger Bevölkerung ist noch christlich.

Hamburg. Während Tausende Schüler in Hamburg am Donnerstag in den Klassenzimmern wahrscheinlich schon sehnsüchtig die Stunden bis zum Wochenende gezählt haben, gibt es für einige Kinder und Jugendliche in der Stadt einen Tag schulfrei. Für die Schüler an Hamburgs 21 katholischen Schulen fiel der Unterricht an Fronleichnam aus.

Der katholische Feiertag, an dem es um die Eucharistie geht, die leibliche Gegenwart Jesu in Brot und Wein, ist zwar in ganz Deutschland ein gesetzlich anerkannter Feiertag, aber nur Baden-Württemberger, Bayern und Nordrhein-Westfalen müssen an dem Festtag zehn Tage nach Pfingsten nicht arbeiten, was in den sozialen Netzwerken bereits seit Tagen für Unmut unter Norddeutschen sorgte.

Zehn Prozent der Hamburger sind katholisch

Dass die Kinder und Jugendlichen an Hamburgs katholischen Schulen heute nicht zum Unterricht müssen, haben sie einem Vertrag zu verdanken, die der Heilige Stuhl und die Stadt Hamburg im Jahr 2005 geschlossen haben. Dieser sieht einen besonderen Feiertagsschutz für die Katholische Kirche vor.

Ganz ohne Verpflichtungen kommen die Schüler am Donnerstag allerdings nicht davon: Statt in den Klassenzimmern treffen sie sich zu Fronleichnamsgottesdiensten und Prozessionen, wie auf der Elbinsel in Wilhemsburg, wo am Morgen rund 7000 Schüler, Lehrer, Eltern und Gemeindemitglieder zusammenkamen oder beim Open-Air-Gottesdienst in Billstedt, zu dem nach Angaben des Katholischen Schulverbandes Hamburg sogar rund 8000 Besucher kamen. Nach dem Gottesdienst ist der Tag dann aber tatsächlich unterrichtsfrei.

Nach Angaben des Verbandes sind in Hamburg zehn Prozent der Bevölkerung katholisch. Der Anteil der Christen in der Stadt liege bei 40 Prozent. Dass die Katholischen Schulen den Fronleichnamstag mit Schulgottesdiensten, Andachten und Prozessionen begehen, dient dem Zweck, "die christliche Tradition wach zu halten und den Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an der Messfeier zu ermöglichen", sagt Verbands-Sprecher Christoph Sommer.