Christi Himmelfahrt

Polizei im Norden zieht nüchterne Vatertags-Bilanz

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Alexander Josefowicz
Eine Seefahrt, die ist.... nee, Moment: Eine Vatertagstour, die ist auch ganz schön. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die mühsam eingesammelten Promille sich zusammenrotten und das Großhirn überfallen

Eine Seefahrt, die ist.... nee, Moment: Eine Vatertagstour, die ist auch ganz schön. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die mühsam eingesammelten Promille sich zusammenrotten und das Großhirn überfallen

Foto: dpa

Die nahezu einhellige Meinung der Einsatzkräfte in Norddeutschland: Ein eher ruhiger Feiertag ohne größere Vorkommnisse.

Hamburg. Aus den Bilanzen der Polizeidienststellen in Norddeutschland, die das Einsatzgeschehen an Christi Himmelfahrt/Vatertag/Herrentag zusammenfassen, spricht vor allem eines: Eine gewisse Langmut, zu vergleichen mit der eines Elternteils, dessen jüngster Spross nicht davon abzubringen ist, mit dem Schäufelchen auf größere Kinder loszugehen. Und der trotzdem schwer verwundert ist, wenn es sich mit der Nase im Sand wiederfindet. Man hat sich mit der Lernresistenz und der Renitenz ein Stück weit abgefunden, auch wenn die Hoffnung, dass sich das irgendwann "verwächst", noch nicht vollends gestorben ist.

"Vergleichsweise ruhig", "erwartungsgemäß" oder sogar "erstaunlich ruhig" sei der Donnerstag gewesen. Das klingt fast lobend. Ein paar Körperverletzungen hier, diverse Schnapsleichen da, einige Sachbeschädigungen, Ruhestörungen und der ganze restliche Lokalkolorit, der sich automatisch einstellt, wenn man Männer in größeren Gruppen ohne Aufsicht und mit einer Menge Alkohol durch die Gegend ziehen lässt.

Einsätze außer der Vatertags-Reihe gab es nur wenige

Aufsehenerregende Einsätze gab es nur wenige: Eine gut 100 Personen (unzweifelhaft größtenteils Männer) starke Gruppe am Maschsee in Hannover beschloss am Abend, sich mit einem 17-Jährigen zu solidarisieren, der von der Polizei gerade wegen des Verdachts auf Körperverletzung festgenommen wurde. Vielleicht wollten die Herren aber auch nur Trinkgeld geben. Jedenfalls bewarfen sie die Einsatzkräfte mit dem, was gerade im Überfluss zur Hand war: Flaschen.

In Neustadt/Holstein bewies am späten Abend ein 26-Jähriger, dass Alkohol und Autofahren wirklich so gar nicht zueinanderpassen. Er schaffte es gerade so eben, wieder auf seine Hälfte der Straße zu finden, sonst wäre er mit dem entgegenkommenden Streifenwagen kollidiert. Ein freiwilliger Atemalkoholtest – so weit man bei dem erhobenen Wert noch von freiem Willen sprechen kann – ergab 2,44 Promille.

Nach jahrelanger Erfahrung der Polizisten mit (kinderlosen) Vätern sind die Beamten so schnell durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Im Gegensatz zu den Journalisten der "Washington Post", die versuchten, ihren Lesern das alkoholschwangere teutonische Brauchtum zu erklären. Der Titel des Artikels: "Die meisten männlichen Deutschen werden heute grundlos betrunken sein".

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