Glosse

Der Weg aus dem Winterblues

Der Winterblues ist schuld, eindeutig. Kurze Phasen von allenfalls zweifelhafter Helligkeit, niedrige Temperaturen – und an Niederschlägen alles, was die umfangreiche Palette garstiger Nässe von oben in Hamburg so zu bieten hat. Da reicht ein kurzer Blick in das gut gebräunte Gesicht eines Spaziergängers, eines Bekannten oder auch eines guten Freundes, um unverzüglich Neid aufflammen zu lassen. War er gerade erst im Skiurlaub und hat dort in den Bergen Höhensonne genossen? Oder verschlug es ihn sogar in weite Ferne an einen zauberhaften Strand? Dorthin, wo es tatsächlich warm und schön ist?

Ja, man wird dünnhäutig angesichts der anhaltend trüben heimischen Aussichten. Etwas Aufheiterndes muss her, ganz dringend. Als schnelle Therapie hilft vielleicht der Blick auf ein sonniges Panorama, um die Stimmung aufzuhellen. Wo man ein solches Prachtfoto herbekommt? Naheliegend bietet sich der Gang ins Reisebüro oder die Abteilung für Bildbände in einer Buchhandlung an.

Oder aber man bedient sich ganz einfach einer der Aufnahmen, die der Bekannte einem so fürsorglich zugemailt hat – irgendwo von weit weg, von Meer und Sand und Palmen. Also: Nicht neidisch werden, sondern sich ins Paradies träumen! Da fühlt sich dann sogar der Winterblues ganz leicht rosig an.