Hamburger Flughafen

Wirbel um Rabatte für Flugzeuge in Hamburg

Fluglärm in Langenhorn: Hamburg erlässt einigen Airlines den Lärmzuschlag

Fluglärm in Langenhorn: Hamburg erlässt einigen Airlines den Lärmzuschlag

Foto: Andreas Laible

Linke prangern "Begrüßungsgeld für laute Flieger" an – laut Airport gelten Rabatte, auch auf Lärmzuschlag, vor allem für leise Flieger.

Hamburg. Der Hamburger Flughafen räumt "circa acht" Flugverbindungen Rabatte ein – unter anderem wird ihnen der Lärmzuschlag erlassen. Das geht aus einer Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Diese prangert nun ein "Begrüßungsgeld für laute Flieger" an: „Was nützt das ganze Messen von Schadstoff- und Lärmwerten, wenn auf der anderen Seite die schlimmsten Lärmverursacher enorme Rabatte auf Strafzahlungen bekommen? Damit werden die sinnvollen Strafen ausgehebelt und die lauten Flieger eingeladen, weiterhin Hamburg anzufliegen", sagt Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion.

Er hatte den Senat gefragt, welche Ausnahmeregeln es von den Lärmentgelten gibt. Daraufhin räumte der Senat ein: In den ersten drei Betriebsjahren gibt es Rabatte für Direktflüge, die es bis dahin nicht ab Hamburg gab. "Derzeit profitieren im Rahmen des in der Entgeltordnung veröffentlichten Rabattprogramms für neue Strecken circa acht von rund 120 Strecken ab Hamburg von einem Rabatt zwischen 50 und 75 Prozent, den sie unter anderem auf den Lärmzuschlag erhalten."

Flughafen: Rabatte gelten nur für leise Flieger

Der Flughafen wehrt sich gegen die Darstellung der Linksfraktion: Die Rabatte, die an anderen europäischen Flughäfen viel höher ausfielen, würden keinesfalls laute Flugzeuge begünstigen: "Im Gegenteil: Unter den Flugzeugen, für die die Rabatte gelten, sind sogar zufällig besonders moderne, kleine und dadurch leise Flugzeuge", so Flughafensprecherin Katja Bromm. Die Rabatte würden außerdem nur für zwei von sieben Bestandteile der Flughafengebühren gelten, nämlich für die Start- und Landeentgelte – ein Teil davon seien wiederum die Lärmzuschläge.

Linke und Initiativen gegen Fluglärm werfen dem Flughafen außerdem vor, zu viele Billigfluglinien anzulocken und somit die wahren "Kosten" verschleiern. Diese entstünden vor allem bei den billigen Kurzstreckenflügen für die Umwelt. Dem Billig-Image widerspricht der Flughafen und betont, dass er einen „ausgewogenen Mix aus klassischen und sogenannten Low-Cost-Anbietern“ anbiete. Er sei „genau das richtige Angebot für die Passagiere“, die zu 40 Prozent Business-, zu 60 Prozent Freizeitreisende seien. Auch würden die Low-Cost-Anbieter Ryanair und easyJet sehr junge und also umweltfreundliche, leise Flotten unterhalten. Die Flieger seien im Schnitt nur fünf bis sechs Jahre alt.