Ottensen

Die Zukunft des Spritzenplatzes bleibt weiter ungewiss

Axel Tiedemann
Bereits seit die ersten Entwürfe bekannt wurden, regt sich Widerstand gegen die Neubebauung des Spritzenplatzes

Bereits seit die ersten Entwürfe bekannt wurden, regt sich Widerstand gegen die Neubebauung des Spritzenplatzes

Foto: HA

Verwirrspiel um Bebauungspläne, Bauvoranfragen und die Forderungen einer Initiative, die den Platz am liebsten unverändert lassen will.

Hamburg.  Das Wohnzimmer von Ottensen – so bezeichnen die Anwohner diesen Platz schon mal. Doch Neubaupläne sorgen seit Monaten für Unruhe. Jetzt hat der Altonaer Planungsausschuss nach Abendblatt-Informationen eine neue Bauvoranfrage zurückgestellt. Grund: Kürzlich hatte die Bezirksversammlung mehrheitlich beschlossen, für die Gebäude am Spritzenplatz einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, der die dortige Zweigeschossigkeit festschreibt. Also genau die Forderung einer Initiative aufgreift, die erfolgreich Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt hatte.

Das Problem nur: Der aktuelle Bebauungsplan erlaubt mehr Geschosse, einen neuen Bebauungsplan hatte die übergeordnete Stadtentwicklungsbehörde daher schon einmal abgelehnt. Und eine andere Einschätzung gebe es bisher nicht, so ein Behördensprecher. Man müsse aber abwarten, was der Bezirk nun genau plane.

Die Zukunft des Platzes ist daher weiter ungewiss. Klar aus Sicht der Eigentümer der Gebäude rund um das alte Telekom-Haus ist nur, dass der Bestand kaum Zukunft habe. Die Substanz sei marode und müsse erneuert werden. „Wir sind uns der besonderen Bedeutung dieses Platzes aber sehr bewusst“, sagt Miteigentümer Lars Böge. Immerhin sei man bereits seit 20 Jahren dort Eigentümer und wolle es auch bleiben.

Der erste Vorschlag mit einem spektakulären, aber futuristischen Entwurf des amerikanischen Star-Planers Daniel Libeskind löste aber nicht die erhoffte Begeisterung, sondern eher einen Proteststurm aus. Jetzt haben Böge und sein Geschäftspartner einen Hamburger Architekten beauftragt. Und dieser Entwurf orientiere sich an der historischen Vorkriegssituation mit drei Geschossen. Dennoch legte die Politik auch diesen Plan zunächst auf Eis. Böge: „Wir sind jetzt einfach nur ratlos.“

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