Feinkostkette

Schlemmermeyer am Gänsemarkt gibt auf

Schlemmermeyer saß mehr als 30
Jahre am Gänsemarkt

Schlemmermeyer saß mehr als 30 Jahre am Gänsemarkt

Foto: Friederike Ulrich

Die bekannte Feinkostkette klagt über zu wenige Kunden und Konkurrenz in den Stadtteilen. Filialen in Einkaufszentren bleiben.

Hamburg.  Es war eine der ersten Adressen für französische Pâtés, Wildschweinschinken, Trüffelleberwurst und diverse bayerische Spezialitäten: Mehr als 30 Jahre versorgte das Feinkostgeschäft Schlemmermeyer die Hamburger am Gänsemarkt mit Delikatessen. Doch seit Anfang dieser Woche ist die Filiale der Münchner Kette geschlossen.

„Wir haben das Geschäft aus strategischen Gründen aufgegeben, weil es sich für uns an diesem Standort nicht mehr gerechnet hat“, sagt der Geschäftsführer von Schlemmermeyer, Thomas Boots, dem Abendblatt. „Früher sind die Kunden noch extra in die Innenstadt gefahren, um dort Delikatessen einzukaufen. Heute haben wir es hingegen mit einer immer härteren Konkurrenz in den Stadtteilen zu tun.“ Große Ketten wie Edeka hätten ihr Sortiment an Spezialitäten in den vergangenen Jahren stark erweitert, sodass sich Verbraucher den Weg in die City zum Einkauf besonderer Lebensmittel sparten.

Zwar gibt es in der Innenstadt nach wie vor Delikatessengeschäfte, diese haben aber entweder viele norddeutsche und daher für Touristen interessante Spezialitäten im Sortiment, oder sie setzen auf aktuelle Trends wie vegetarische oder vegane Kost.

Hinzu kommt aus der Sicht des Schlemmermeyer-Chefs, dass speziell der Gänsemarkt zuletzt an Attraktivität verloren hat: „Das ist kein Platz mehr zum Flanieren“, sagt Boots. „Viele Menschen steigen hier vor allem um.“ Zudem hätten die zahlreichen Baustellen die Geschäfte belastet und zu Umsatzeinbußen geführt.

Die beiden anderen Hamburger Schlemmermeyer-Filialen im Alstertal- und Elbe Einkaufszentrum funktionieren nach den Worten des Geschäftsführers hingegen gut und sollen weiterbetrieben werden. Die Mitarbeiter vom Gänsemarkt seien dorthin versetzt worden. Insgesamt betreibt die Kette 28 Geschäfte in ganz Deutschland. Entstanden ist Schlemmermeyer vor 40 Jahren am Münchner Viktualienmarkt, gehört heute aber zur Düsseldorfer Hirsch-Gruppe.

Suche nach einem Nachmieter für Schlemmermeyer hat erst begonnen

Welches Geschäft Schlemmermeyer in der Gänsemarkt Passage folgen wird, steht noch nicht fest. „Wir sind auf der Suche nach einem passenden Nachmieter, der den hochwertigen Branchenmix in der Passage optimal ergänzt“, sagt Centermanagerin Mascha Hinrichs. „Hierbei werden wir gezielt verschiedene geeignete Branchen ansprechen.“