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Hier gibt es schöne Last-Minute-Geschenke vom Wochenmarkt

„Naschen ist Pflicht“ ist das Motto von Maja Riege, die auf dem Goldbekmarkt verschiedenste Süßigkeiten anbietet

„Naschen ist Pflicht“ ist das Motto von Maja Riege, die auf dem Goldbekmarkt verschiedenste Süßigkeiten anbietet

Foto: Michael Rauhe

Es muss nicht die Einkaufsmeile sein. Ein Bummel über Isemarkt, Goldbekmarkt und Volksdorfer Markt kann schöne Geschenke hervorbringen.

Hamburg.  Na, mal wieder auf den letzten Drücker Geschenke kaufen? Dafür muss niemand in die überfüllte Innenstadt fahren – tolle Mitbringsel in letzter Minute gibt es auch auf den Wochenmärkten. Das Abendblatt stellt ein paar Geschenkideen vor.

Isemarkt, Harvestehude

Auf dem Markt an der Isestraße gibt es jede Menge Tüdelkram. Der lässt sich wunderbar in den Filz- und Segeltuchtaschen von Kathrin Schröder verstauen. An ihrem Stand in Höhe Isestraße 37 (dienstags) und Hausnummer 56 (freitags) verkauft sie Handgemachtes aus Industriefilz und gebrauchten Segeln. Upcycling nennt man das. Frau Schröder ist Seglerin, „aber meine alten Segel sind längst verarbeitet“. Ihr Material kauft sie inzwischen online. Aus Filz gibt es iPad-Hüllen (24 Euro) oder Wärmflaschen mit Schriftzug, wie „Kuschelich“ oder „Nie mehr kalte Füße“ für 35 Euro inklusive Flasche. Alle Produkte fertigt sie individuell, sie können mit einer Woche Vorlauf nach eigenen Vorstellungen bestellt werden. Shoppertaschen aus Segel gibt es für ab 30 Euro, Tüdelkram-Taschen aus Filz für 19,50 Euro.

Aus uralten Olivenbäumen, die nicht mehr genug Früchte für die Produktion von Öl tragen, lässt Bärbel Hoppe schöne, rustikale Olivenholzbretter herstellen. Das kleine Brett mit der ausgeprägten Maserung gibt es für 8,50 Euro, das größte Schneidebrett kostet 55 Euro. Die Bretter und Seifenschalen (ab 6,50 Euro), Schöpflöffel oder Salatschüsseln (59 bis 65 Euro) müssen nicht besonders behandelt werden. Nach etwa 20 Wäschen kann man sie nachölen. Bärbel Hoppe baut ihren Stand dienstags und freitags in Höhe Hausnummer 56 auf.

Schön warm und kuschelig geht es an Annette Lindsiepes Stand zu: Sie verkauft in Höhe Hausnummer 35 dienstags handgearbeitete Strickjacken aus reiner isländischer Schafwolle im nordischen Design (zwischen 99 und 139 Euro). Felle von schwedischen Schafen können mehr als 300 Euro kosten. Dafür können sie aber das Sitzen auf dem harten Designstuhl erträglich machen – was für die Ewigkeit.

Goldbekmarkt, Winterhude

Der Wochenmarkt am Goldbekufer findet dienstags, donnerstags und sonnabends statt. Jeden Dienstag sind Maja Riege und ihr Vater Gerd da – mit ihrem Stand „Bonbonladen Feines“. Liebevoll präsentiert die 23-Jährige Unmengen bunter Süßigkeiten: Fudges und Pralinen, Bonbons und Weingummis, kandierte oder schokolierte Früchte und Nüsse, 70 Lakritzarten, Marshmallows in 25 Geschmacksrichtungen – und zur Weihnachtszeit auch Glühweinsterne, Eierpunschkekse, Pflaume-Marzipan-Pralinen und gebrannte Mandeln. 100 Gramm der bunten Süßigkeiten-Hausmischung kosten einen Euro, dieselbe Menge Fruchtgummis, Lakritz und Co. zwei Euro, Pralinen und Trüffel 5,50 Euro.

Doreen Wacker ist an den Sonnabenden vor Ort. Ihr Stand und das gleichnamige Geschäft in Eilbek heißen „Spices & Herbs“. Neben selbst zusammengestellten Gewürz- und Kräutermischungen verkauft sie Essige, Brände und Liköre in schön geformten und etikettierten Flaschen. Klassiker sind die Balsamicos aus Modena und die Essige aus hochwertigem Süßwein (Trockenbeerenauslese), die zur Weihnachtszeit um besondere Angebote ergänzt werden: den acht Jahre gereiften „Weihnachtsbalsam“ oder den Balsam „Nofretete“ mit Pomeranzen und Orangenschalen. „Meine Essige eignen sich auch als alkoholfreie Aperitifs oder Digestifs“, verrät Frau Wacker. Sie kosten 16,90 Euro pro 100 Milliliter; für Liköre – etwa die Sorte „Winterpflaume“ mit Zimtblüte – nimmt sie 9,90 Euro.

Ebenfalls sonnabends ist das „Café HY“ vor Ort. Es verdankt seinen Namen dem alten Citroën HY, aus dem heraus neben Kaffeespezialitäten auch Kleinigkeiten für Auto- und Oldtimerfreunde verkauft werden. Ein „Renner“ sind nach Angaben von Verkäuferin Laura Spath die Emaille-Becher mit den Logos von unter anderem Mini, BMW, Triumph, Volvo und Landrover. Sie kosten zwölf Euro, sind absolut unverwüstlich und werden von Stammkunden auch gerne gekauft und im Wagen „eingelagert“, um an Markttagen den Kaffee aus eigenen Emaille-Bechern trinken zu können.

Volksdorfer Wochenmarkt

An den Markttagen (mittwochs und sonnabends) verkauft Rainer Jakisch hier exklusive Olivenöle, die er aus der spanischen Murcia-Region importiert. 0,5 Liter kosten 14,90 Euro. „Deutlich teurer als im Supermarkt, aber wer probiert, merkt sofort: Das ist richtig gute Ware.“ Jakisch offeriert vier Geschmacksrichtungen.

„Jedes Produkt hat seine Geschichte“, sagt Jakisch, „und die sollte man ruhig kennen, wenn man es konsumiert.“ Ein Herr in feinem Zwirn kauft gleich sechs Flaschen aller Geschmacksrichtungen und eine kleine Pulle Balsamico, sieben Jahre im Fass gelagert, für 16,90 Euro dazu. Zeit für die Geschichten zum Produkt hat er nicht, und Jakisch ist nicht traurig drum. Ohne Erläuterungen verkauft sich’s schneller, und der Kunde in der Schlange wartet nicht gern.

An einem kleinen Stand verkauft eine ältere Dame mit Zigarette im Mundwinkel Porzellan wie aus Omas Vitrine. Das Sortiment hat einen Hauch Noblesse und sehr viel Patina. Auch schwere Sektkelche in allen Regenbogenfarben sind dabei. Schüsseln wie aus Meißen und allerlei Stückwerk aus unvollständigen Sammlungen bieten sich an als Gaben für Leute mit Lebensart zwischen Design und Plunder. Über Preise spricht die Dame nicht. Sie versichert aber, ihr Angebot bis zum Heiligabend aufrechtzuerhalten.

Bei der „Timmerhorner Keksbäckerei“ überzeugen feinste Leckereien, Zimtsterne, die „Alles-Gute-Mischung“ (200 Gramm Kekse) für fünf Euro und ein voller Tresen mit Konfekt, Makronen, Marzipan, Lebkuchen, Printen und, und, und. Alles nach Omas Rezepten ohne chemische Zusätze. Konditormeisterin Ina erklärt die Vorzüge ihres Konfekts: „Darin steckt immer auch Leichtes wie Keks- oder Biskuitteig, dann kann man mehr essen.“ Ein wichtiger Hinweis zum Fest.

Imker Rüdiger Feldt bietet 34 Honigsorten an, 21 Bio-Sorten kommen noch dazu. Für verzweifelnde Geschenksucher bieten sich 50-Gramm-Probier-Gläser an (1,20 bis 2,30 Euro). Entschlossene Konsumenten greifen zum Fünf-Kilo-Blecheimer. Für Bienenkenner und Legenden-Liebhaber gibt es den „Königinnenfuttersaft“, der dank zahlloser Proteine, Vitamine, Pantothensäuren und Juvenilhormone höhere Wesen entstehen lässt statt einfacher Arbeiterbienen. 50 Gramm „Gelee Royale“ kosten 12,50 Euro.