Hamburg

CDU schlägt Förderklassen für Hochbegabte vor

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Peter Ulrich Meyer
CDU-Schulpolitikerin Karin Prien

CDU-Schulpolitikerin Karin Prien

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

An einem Gymnasium pro Bezirk sollen leistungsstarke Schüler gemeinsam lernen. Vorbild sind Bayern und Baden-Württemberg.

Hamburg. Die CDU-Opposition will leistungsstarke Schüler besser fördern als bisher. Die CDU-Schulpolitikerin Karin Prien schlägt einen Schulversuch nach dem Vorbild Bayerns und Baden-Württembergs vor. Dazu sollen „ab dem kommenden Schuljahr an jeweils mindestens einem Gymnasium pro Bezirk besondere Förderklassen für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 5 eingerichtet werden“, heißt es in einem CDU-Bürgerschaftsantrag, der in der heutigen Sitzung eingereicht wird.

„Seit dem PISA-Schock vor 15 Jahren sind die hochbegabten Schüler vernachlässigt worden“, kritisierte Prien. Das habe auch die Kultusministerkonferenz festgestellt und im Juni dieses Jahres eine „Förderstrategie für leistungsstarke Schüler“ beschlossen. Die bislang von der rot-grünen Koalition beschlossenen Maßnahmen hält die CDU-Politikerin nicht für ausreichend. „Für die leistungsstarken Schüler muss eine Umgebung geschaffen werden, in der sie optimal gefördert werden“, sagte Prien. Die individuelle Förderung, auf die Rot-Grün setzt, will den leistungsstarken und hochbegabten Schülern im Klassenverband zusätzliche Lernanreize bieten. „Das allein reicht nicht aus“, sagte die CDU-Politikerin.

Die Schüler für die besonderen Förderklassen sollen laut CDU-Vorschlag nach einem Verfahren ausgewählt werden, bei dem Lehrer und Eltern einbezogen werden. „Über ein Antragsverfahren für Eltern kann man nachdenken“, ergänzte Prien.

Vor gut einem Jahr hatte Schul­senator Ties Rabe (SPD) ein neues Konzept zur Begabtenförderung angekündigt. Es setzt darauf, dass die speziellen Begabungen im regulären Unterricht erkannt und gefördert werden. Mittlerweile haben alle weiterführenden Schulen einen Koordinator für dieses Thema benannt und entwickeln eigene Programme. Rund 1600 Lehrer sind fortgebildet worden. Für die leistungsstarken und hochbegabten Schüler dürfe es im Unterricht, so Rabe, keine Langeweile geben. „Ein bisschen Aufmerksamkeit und Fantasie bei der Unterrichtsvorbereitung und im Unterricht können große Verbesserungen bewirken“, sagte Rabe in einer Art Zwischenbilanz vor einer Woche.

Der CDU-Vorschlag trifft beim SPD-Koalitionspartner Die Grünen nicht auf Sympathie. „Förderklassen für hochbegabte Schüler halte ich in keiner Weise für zielführend, weil sie dem Prinzip der Inklusion widersprechen“, sagte Grünen-Schulpolitikerin Stefanie von Berg. Es gebe auch eine nicht geringe Zahl von teilleistungs­begabten Schülern, die von den Förderklassen nicht erfasst würden. Dennoch wollen SPD und Grüne den CDU-Antrag wie auch eine Große Anfrage der FDP zum selben Thema zur Beratung in den Schulausschuss überweisen.

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