Spritzenplatz

Bürgerbegehren gegen Libeskind-Bau erfolgreich

Die Gegner der Baupläne haben die erforderliche Zahl der Unterschriften zusammen bekommen. Bezirksversammlung jetzt unter Druck.

Hamburg. Das Bürgerbegehren gegen den geplanten futuristischen Liebeskind-Bau am Spritzenplatz in Altona ist erfolgreich. Wie das Abendblatt erfuhr, sind die dafür notwendigen Stimmen offenbar zusammengekommen. Die Bezirksversammlung hat jetzt zwei Monate Zeit, sich den Plänen anzuschließen. Andernfalls kommt es zu einem Bürgereintscheid.

Wie beim Zeise-Parkplatz geht es am Spritzenplatz um ein umstrittenes Bauprojekt. Das ist nicht die einzige Parallele: Die Initiatoren sind die gleichen, die Rechtslage ist vergleichbar verworren.

Worum geht es am Spritzenplatz? Vor einigen Monaten führten Entwurfsskizzen für die Bebauung des beschaulichen Spritzenplatzes in Ottensen zu Aufruhr im Bezirk. Dort, wo heute ältere ein- und zweigeschossige Bauten stehen, eine gemütliche Eisdiele angesiedelt ist und es Platz zum Draußensitzen gibt, wollte ein Investor einen futuristisch anmutenden sechsgeschossigen Bau des amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind realisieren. Zwar lehnte die Bezirksversammlung den Bauantrag zunächst ab, aber die Neubaupläne für den beliebten Platz waren im Raum.

Flugs organisierte sich eine Bürgerinitiative, die den Platz und seine Gebäude so erhalten möchte, wie sie sind. Sprecher ist auch hier Hauke Sann, der schon den letztlich erfolg­reichen, aber folgenlosen Bürgerentscheid gegen die Bürobebauung auf dem nahe liegenden Zeise-Parkplatz mit organisiert hatte. „Spritzenplatz bleibt – unser Platz an der Sonne“, heißt das Bürgergehren, das er und Mitstreiter angeschoben haben. Der Titel spielt auf eine angebliche Verschattung durch geplante neue Gebäude an. Bei der zunehmenden Verdichtung in Hamburg werde die „Lebensqualität und die Kostenentwicklung“ nicht berücksichtigt, kritisiert die Initiative.