Airbus & Co.

Scholz wirbt in Shanghai für Kooperation im Flugzeugbau

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz besuchte während seiner China-Reise den Flugzeughersteller COMAC

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz besuchte während seiner China-Reise den Flugzeughersteller COMAC

Foto: Oliver Schirg / HA

Bürgermeister besucht Airbus-Konkurrenten Comac. Chinas Flugzeugboom könnte Chancen für Zuliefererfirmen in Hamburg bieten.

Shanghai.  Wenige Tage nachdem der chinesische Flugzeugbauer Comac sein zweistrahliges Passagierflugzeug C919 der Öffentlichkeit vorgestellt hat, hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) das Unternehmen in Shanghai besucht. Bei einem Gespräch mit Vorstandschef Jin Zhuanglong sei deutlich geworden, dass den beiden großen Flugzeugherstellern Airbus und Boeing mittelfristig ernste Konkurrenz aus China erwachsen könnte, hieß es danach auch Delegationskreisen.

Die Comac C919 ist nach der Comac ARJ21 das zweite zweistrahlige Passagierflugzeug, das vollständig in China entwickelt wurde und dort durch das Konsortium Commercial Aircraft Corporation of China (Comac) gebaut werden soll. Das Modell C919-200 soll eine Kapazität von 156 bis 168 Sitzplätzen haben und wird damit in direkter Konkurrenz zum Airbus A320 und der Boeing 737 stehen.

Chancen für Zuliefererunternehmen in Hamburg?

Hintergrund der Entwicklung sind Erwartungen, nach denen der chinesische Inlandsmarkt für Flugzeuge in den kommenden 20 Jahren überdurchschnittlich stark wachsen wird. Die Comac-Manager­ verwiesen darauf, dass in China der Bedarf an mittelgroßen Flugzeugen allein in den kommenden zehn Jahren bei rund 3000 Stück liegen werde.

Aus Delegationskreisen hieß es, dass der Bürgermeister in dem Gespräch deutlich gemacht habe, er gehe davon aus, dass auch im Falle einer erfolgreichen Produktion der C919 „alle Wettbewerber“ etwas von dem Flugzeugboom haben. Scholz habe auf die Vielzahl zuverlässiger und hoch qualifizierter Zulieferunternehmen in der Metropolregion Hamburg verwiesen. Die chinesischen Manager hätten Interesse „an einer Kooperation, bei der alle profitieren“ geäußert. Auch wenn die C919 frühestens Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen wird – geplant ist die Produktion von 150 Flugzeugen pro Jahr – rechnen Marktbeobachter mit einem deutlich härter werdenden Konkurrenzkampf in einem für das Hamburger Airbuswerk wichtigen Segment. Der A320 ist eines der meist verkauften Modelle von Airbus und China einer der größten Absatzmärkte, hieß es.