AfD-Gründer

Pinnebergs Sportvereine werfen Lucke-Partei Alfa raus

Der Bundesvorsitzende der Partei «Allianz für Fortschritt und Aufbruch» (Alfa), Bernd Lucke

Der Bundesvorsitzende der Partei «Allianz für Fortschritt und Aufbruch» (Alfa), Bernd Lucke

Foto: picture alliance

Auf dem Kalender der Anti-Merkel-Kampagne der AfD-Abtrünnigen stehen 32 Termine im Norden. Zwei im Kreis Pinneberg sind jetzt geplatzt.

Wedel/Pinneberg. Im Norden herrscht derzeit große Unsicherheit gegenüber der Kampagne "Merkel stoppen" der neuen Partei "Alfa" des Ex-AfD-Chefs Bernd Lucke. Die Auftaktveranstaltung der Alfa-Tour hat bereits stattgefunden – unter Polizeischutz in einem Norderstedter Restaurant. Im Kreis Pinneberg erteilten zwei Sportvereine der Lucke-Partei kurzerhand eine Absage für die Auftritte in ihren Räumen. Andere wissen noch gar nicht, wie sie mit den Anti-Merkel-Veranstaltungen in ihren Häusern umgehen sollen.

Mit der groß angelegten Kampagne "Merkel stoppen" will Ex-AfD-Chef Bernd Lucke seine neue Partei "Allianz für Forschritt und Aufbruch" – kurz Alfa – in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Derzeit tourt Alfa durch den Norden. Dabei geht es um "die inhaltliche Generalabrechung mit der Kanzlerschaft Merkels von der Euro-Politik über die Energiewende bis hin zur aktuellen Migrationskrise" – nachzulesen auf der Homepage der AfD-Abtrünnigen.

Kampagnenauftakt für den Norden war am vergangenen Freitag unter Polizeischutz in einem Norderstedter Restaurant. Drei Streifenwagen fuhren vor der Gaststätte Alter Reporter auf, sechs Polizisten hielten auf dem Gelände stundenlang Wache. Die Beamten wollten Demonstrationen und Ausschreitungen verhindern. Mitglieder vom „Bündnis Norderstedt“ hatten auf dem Vorplatz einen Banner mit der Inschrift „Eine Stadt für alle – Norderstedt ist weltoffen“ enthüllt. Ein paar Schritte weiter verteilten Mitglieder der Partei Die Linke Flugblätter. Restaurant-Geschäftsführer Thomas Nordmeier sagte gegenüber dem Abendblatt-Reporter, eine noch unerfahrene Mitarbeiterin habe die Saalbuchung für 60 Personen angenommen. Der Termin soll ohne Rücksprache mit der Geschäftsführung bestätigt worden sein.

Am Dienstagabend gibt es einen zweiten Anti-Merkel-Abend im Hotel Stadt Kappeln an der Schlei im Kreis Schleswig-Flensburg. Hotel-Geschäftsführer Michael Hucke hat kein Problem mit seinen Gästen. "Wir sind da ganz offen. Es herrscht ja schließlich Meinungsfreiheit in unserem Land. Ich werde mir das anhören und dann entscheiden, wie wir in Zukunft mit Buchungen der Alfa-Partei umgehen."

Insgesamt stehen für den Norden 32 Termine auf dem "Wir-stoppen-Merkel"-Kalender. Veranstaltungsorte sind meist Gaststätten und Hotels, zum Beispiel in Kappeln, Schleswig, Bad Oldesloe, Bad Bramstedt, Lübeck Glinde, Bad Segeberg, Ahrensburg, Westerland auf Sylt.

Zwei Termine im Kreis Pinneberg sind bereits geplatzt. Die für den 12. November in der Wedeler Sportsbar Highlight und für den 25. November im VfL-Heim Pinneberg geplanten Alfa-Treffen werden nicht stattfinden. Grund: Die vereinbarte Nutzung der jeweiligen Räumlichkeiten wurde von den Verpächtern aufgekündigt. Im Fall des VfL hatte sich Klaus-Dieter Brügmann von den Linken im Kreis Pinneberg dafür eingesetzt, die Veranstaltung unter dem Motto „Merkel stoppen“ abzusagen.

VfL-Geschäftsführer Uwe Hönke: "Der Vorstand des VfL Pinneberg hat einstimmig beschlossen, diese Veranstaltung in unseren Räumen nicht zuzulassen. Alfa hat eine entsprechende Absage von uns erhalten". Der Termin sei von den Mitarbeitern des Bistros entgegengenommen wurde. "Dort war die Alfa schlichtweg kein Begriff. Ich habe jetzt veranlasst, dass ich bei allen externen Anfragen einer Raumvergabe vorab zustimmen muss.“

Auch der TSV Wedel hat Alfa eine Absage erteilt. Dort machte sich ehemalige Vorsitzende Günter Wilke dafür stark, die Veranstaltung in der Sportsbar im Vereinsgebäude abzusagen.

Im Sportlife Hotel Elmshorn hat sich die Lucke-Partei Alfa für den 18. November mit der Anti-Merkel-Kampagne eingebucht. Das Hotel wollte gegenüber dem Abendblatt keine Auskunft geben, wie mit der Buchung umgegangen wird.