Verkehr in Hamburg

Wieder Wirbel um teuren Fahrradzähler an der Alster

Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD) fährt am Fahrradbarometer an der Außenalster vorbei

Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD) fährt am Fahrradbarometer an der Außenalster vorbei

Foto: Friederike Ulrich

Der Steuerzahlerbund kritisiert die Anlage an der Gurlittinsel als "teures Spielzeug", das auch Hunde zählt. Was der Bezirk dazu sagt.

Hamburg. Es sei ein kostspieliges und „überflüssiges Spielzeug“ – mit diesen Worten kritisierte der Steuerzahlerbund Hamburg in der vergangenen Woche die Fahrradzählsäule an der Alster in seinem aktuellen Schwarzbuch. „Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat einen Fahrradzähler für mehr als 31.000 Euro angeschafft, statt die ohnehin knappen Ressourcen in die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur zu investieren“, sagte der Verbandvorsitzende Lorenz Palte. Und mehr noch: „Unsere Recherchen haben ergeben, dass der Fahrradzähler etwas fehleranfällig ist, weil er auch Hunde zählt“, wurde Palte von einer Boulevard-Zeitung zitiert. Liefert der ohnehin schon teure Fahrradzähler also fehlerhafte Daten, die gar nicht zu gebrauchen sind?

Nein, sagt Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland. "Die hochsensible Messtechnik ist so ausgelegt, dass gar keine Hunde gezählt werden können." Über Kontaktschleifen im Boden registriere das Barometer lediglich die Anzahl vorbeifahrender Radfahrer. Spaziergänger, Tiere oder Kinderwagen würden nicht gezählt. "Die Messtechnik ist zu 95 Prozent genau", so Weiland. Die Fehlerquote werde bei der Auswertung der Daten berücksichtigt.

Auf Abendblatt-Anfrage rudert nun auch der Bund der Steuerzahler zurück. Die Behauptung sei ein Zitierfehler. "Eine Dame berichtete uns von einem Fall, bei dem offenbar ihr Hund gezählt wurde", sagt Christoph Metzner, Sprecher des Steuerzahlerbundes Hamburg. Weitere Recherchen habe es nicht gegeben.

Ziel des 31.384,39 Euro teuren Fahrradzählers auf Höhe der Gurlittinsel an der Außenalster ist es, wichtige Daten zum Radverkehr in Hamburg zu sammeln, etwa welchen Einfluss das Wetter auf das Fahrverhalten hat. Zudem wird die jährliche Belastung der Strecke untersucht, um die Infrastruktur daran anzupassen. Zugleich soll die Zählsäule die Hamburger dazu bewegen, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen.