3. Oktober

Moscheen öffnen ihre Türen für Besucher

Ein kleiner Junge setzt in der Fazle-Omar-Moschee in Hamburg seine Gebetsmütze auf (Archivfoto)

Ein kleiner Junge setzt in der Fazle-Omar-Moschee in Hamburg seine Gebetsmütze auf (Archivfoto)

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

In Hamburg beteiligen sich 15 Gotteshäuser am Tag der offenen Moschee. Muslime sind drittgrößte Religionsgemeinschaft.

Hamburg.  Zum Tag der offenen Moschee laden Hamburgs Muslime Besucher am Sonnabend in 15 ihrer 50 Gotteshäuser und Gebetsräume ein. Der bundesweite Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Junge Muslime in Deutschland – motiviert, engagiert, aktiv“. Schirmherrin ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Im vergangenen Jahr hatten die Führungen und Veranstaltungen zum Tag der offenen Moschee mehrere hundert Hamburger angelockt.

Die islamischen Gemeinschaften, die sich in Hamburg im Rat der Schura zusammengeschlossen haben, zählen nach Schätzung des Schura-Vorsitzenden Daniel Abdin 160.000 Mitglieder. Damit sind sie nach evangelischen und katholischen Christen die drittgrößte Religionsgemeinschaft in der Hansestadt. 2012 schlossen die Verbände, darunter die Schura, die Türkisch-Islamische Union (Ditib) und der Verband der Islamischen Kulturzentren sowie die alevitische Gemeinde einen Staatsvertrag mit der Stadt Hamburg. Damals sei die Zahl der Muslime in der Hansestadt noch mit 150.000 angegeben worden. Inzwischen seien auch viele Flüchtlinge hinzugekommen.

Die älteste Moschee ist in Stellingen

Zur Schura gehören sowohl die am Iran orientierten Schiiten als auch Sunniten, nicht aber die aus Pakistan stammende Ahmadiyya Muslim Jamaat. Diese Gemeinschaft zählt nach eigenen Angaben rund 3000 Mitglieder und betreibt die älteste Hamburger Moschee im Stadtteil Stellingen sowie eine neuere in Schnelsen. Am bekanntesten sind jedoch die schiitische „Blaue Moschee“ an der Außenalster und die sunnitische Centrum-Moschee in St. Georg.

Nicht zu besichtigen ist die ehemalige Kapernaum-Kirche im Stadtteil Horn, die im nächsten Frühjahr als neue Moschee eröffnet werden soll. Die Baustelle sei derzeit nicht begehbar, sagte Abdin, der auch Vorsitzender des Islamischen Zentrums Al-Nour ist.

Flüchtlingsnotlager in der Al-Nour-Moschee

Offen zeigen sich viele Moscheen in jüngster Zeit auch für Flüchtlinge. In der Al-Nour-Moschee im Stadtteil St. Georg übernachten täglich zwischen 100 und 400 Menschen, wie Abdin sagte. Das sei eine wirklich große Herausforderung für die vielen ehrenamtlichen Helfer und das knappe Budget der Gemeinde für Strom, Wasser und andere Kosten.

Zugleich weckt nicht nur die Gewalt von Islamisten in Afghanistan, Irak und Syrien – den wichtigsten Herkunftsländern der Flüchtlinge – Besorgnisse. Sogenannte Salafisten werben auch in der Hansestadt um Anhänger. Nach jüngsten Zahlen des Verfassungsschutzes von Anfang August gibt es 460 Salafisten in Hamburg. 270 von ihnen werden als gewaltbereite Dschihadisten eingestuft. Anfang des Jahres hatte die As-Sahaba-Moschee im Stadtteil Barmbek einen umstrittenen Salafisten-Prediger aus ihrer Gemeinde ausgeschlossen.

Verfassungsschutz beobachtet zwei Moscheen

Der Verfassungsschutz beobachtet weiterhin zwei Moscheen in Harburg, die Taqwa- und die El-Iman-Moschee. Zudem wird die „Blaue“ Imam-Ali-Moschee an der Außenalster vom Amt als iranische islamistische Einrichtung bezeichnet. Sie stehe im Fokus des Verfassungsschutzes. Der Trägerverein, das Islamische Zentrum Hamburg, werde vom Iran gesteuert, heißt es im Verfassungsschutzbericht.