Al-Nour-Gemeinde

Kuwait finanziert Moschee-Umbau in Horn

Die frühere Kapernaum-Kirche wird seit drei Jahren zur Moschee umgebaut. Geldnöte verzögerten den Bau – nun springt ein Sponsor ein.

Hamburg.  Auf dem Turm der ehemaligen Kapernaum-Kirche in Hamburg-Horn glänzt seit diesem Sommer der arabische Schriftzug „Allah“ in der Sonne. Im Kirchenschiff leuchten die bunten Glasfenstersteine. Doch der Umbau zur Moschee wird immer wieder verzögert.

Die Sanierung und der Umbau erwiesen sich als erheblich teurer als gedacht. Daniel Abdin, Vorsitzende des Islamischen Zentrums Al-Nour, hatte mit einer Million Euro gerechnet, jetzt kostet die Sanierung voraussichtlich 2,5 Millionen. Ein Großteil dieser Summe - rund 40 Prozent - kommt aus Kuwait. „Wir haben uns an den kuwaitischen Staat gewandt“, sagt der 52-Jährige, der auch Vorsitzender der Schura, des Rates der islamischen Gemeinden in Hamburg, ist. „Der kuwaitische Staat ist einer der demokratischsten in der Golfregion.“ Und was erwartet das Emirat von Al-Nour im Gegenzug? „Es gibt null Bedingungen“, versichert Abdin.

In dem ruhigen Wohnviertel in Horn will das Al-Nour-Zentrum zurückhaltend auftreten. Es werde keine Gebetsrufe eines Muezzins vom ehemaligen Kirchturm geben, sagt Abdin. „Im Zeitalter des iPhones weiß jeder auf die Sekunde genau, wann Gebetszeit ist, da muss man nicht die Nachbarschaft vergraulen.“

Auch der Turm soll sich nicht in ein triumphales, über 40 Meter hohes Minarett verwandeln. „Das wäre Euphorie, und Euphorie wäre hier fehl am Platz.“ Dennoch ist der Al-Nour-Vorsitzende davon überzeugt, dass die neue Moschee eines der markantesten islamischen Gotteshäuser in Hamburg sein wird.

Das Islamische Zentrum Al-Nour hat die leerstehende Kirche 2012 gekauft, für annähernd eine Million Euro. Seitdem laufen die Umbauarbeiten zu einer Moschee. Das ehemalige Kirchenschiff hat bereits eine neue Empore für Frauen und eine Gebetsnische für den Imam, die im Rohbau fertig ist. Der Boden besteht noch aus nacktem Beton. Er soll mit Teppichen bedeckt werden, darunter kommt eine Fußbodenheizung. Die glatten Wände werden hell gestrichen und mit islamischer Schriftkunst verziert. Zum Frühjahr nächsten Jahres soll der Umbau fertig sein, hofft Abdin.