Verkehr

Mehr Platz für Radfahrer: Kellinghusenstraße wird verengt

Für Radfahrer soll an der Kellinghusenstraße bald mehr Platz geschaffen werden

Für Radfahrer soll an der Kellinghusenstraße bald mehr Platz geschaffen werden

Foto: Klaus Bodig / HA

Die Verkehrsbehörde will die bislang vierspurige Fahrbahn verkleinern, um zwei Radfahrstreifen einzurichten. Umbau schon 2016?

Weniger Platz für Autos auf der Kellinghusenstraße: Die Fahrbahn soll nach einem Plan der Verkehrsbehörde zwischen Loogeplatz und Schrammsweg auf zwei Fahrstreifen verkleinert werden. „Die Pläne für diese Baumaßnahme befinden sich noch in einem frühen Stadium. Wir werden die Unterlagen zu dem Vorhaben bis Ende des Jahres an den Bezirk Nord und weitere Behörden schicken“, sagte Richard Lemloh, Sprecher der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) dem Abendblatt.

Der Umbau könnte im August 2016 beginnen und würde zwei bis drei Monate dauern. Grund für die Baumaßnahme: Anstatt der zwei Fahrspuren, könnten zwei Radfahrstreifen auf der Straße eingerichtet werden. Im Zuge der Bauarbeiten sollen auch die Bushaltestellen barrierefrei werden, so Sprecher Lemloh.

Die SPD begrüßt das Vorhaben: „Zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr reichen auf der Kellinghusenstraße völlig aus, da die Frequenz überschaubar ist. Für die Fahrradfahrer bedeutet der Umbau der Straße aber einen großen Mehrwert“, sagte Fraktionschef Thomas Domres. Künftig stünde den Radfahrern mit der Verlegung des Radweges auf die Straße deutlich mehr Platz zur Verfügung, es gebe auch keine Differenzen mehr mit den Fußgängern, so Domres weiter.

Die Verkehrsbelastung an der Kellinghusenstraße liegt an Werktagen bei etwa 6600 Fahrzeugen stadteinwärts und 5000 Fahrzeugen stadtauswärts.

„Insbesondere an der Bushaltestelle am U-Bahnhof Kellinghusenstraße kommt es durch die gemeinsame Nutzung der Nebenfläche durch Radfahrer, Fußgänger und auf den Bus Wartende immer wieder zu gefährlichen Situationen“, sagte der Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete und Verkehrsexperte Martin Bill. „Radfahrstreifen könnten hier Abhilfe leisten. Und die Verkehrszahlen lassen solch eine Lösung auch ohne Probleme zu.“

Auch das Umfeld des U-Bahnhofs soll umgestaltet werden

Kritik kommt vom CDU-Verkehrsexperten Christoph Ploß: „Dass der rot-grüne Senat in immer mehr Hauptverkehrsstraßen den Radverkehr direkt auf die Fahrbahn verlagert und dem Auto- und Lkw-Verkehr wichtige Fahrspuren wegnimmt, ist völlig inakzeptabel.“ Zudem gebe es an diesem Standort für eine solche Baumaßnahme keine Notwendigkeit, da bereits in beiden Fahrtrichtungen Radwege vorhanden seien, so Ploß, der auch Vizefraktionschef der CDU in der Bezirksversammlung Nord ist.

Das sieht auch FDP-Verkehrsexperte Wieland Schienenburg so: „Die Kellinghusenstraße verfügt links wie rechts über frisch erneuerte Fahrradwege, die gut nutzbar sind. Warum ausgerechnet dort Geld für die Verlegung des Fahrradverkehrs auf die Straße ausgegeben werden soll, bleibt schleierhaft.“

Doch nicht nur die Straße, auch das Umfeld des U-Bahnhofs Kellinghusenstraße soll umgestaltet werden. Auf dem Vorplatz wurde bereits das alte Imbissgebäude abgerissen. „Die Attraktivität an diesem Standort soll gesteigert werden. Wir benötigen hier vor allen Dingen mehr Fahrradabstellplätze“, sagte Nords Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD) dem Abendblatt. Deshalb sei an der Haltestelle auch ein Fahrradparkhaus geplant.