Cyclassics

15.000 Jedermänner radeln durch Hamburg – Hrubesch steigt ab

Bereits zum 20. Mal finden die Cyclassics dieses Jahr statt

Bereits zum 20. Mal finden die Cyclassics dieses Jahr statt

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Zum Profirennen mit der Welt-Sprintelite kamen mehrere Hunderttausend Zuschauer. Gewonnen hat André Greipel aus Norddeutschland.

Hamburg. Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Horst Hrubesch, DFB-Sportdirektor Hansi Flick und Nachrichtensprecher Marc Bator haben sich am Sonntag in Hamburg im Rahmen der 20. Vattenfall Cyclassics als aktive Radsportler bestätigt. Sie starteten in dem mehr als 15.000 Fahrer starken Jedermann-Feld. Drei Strecken über 55 (5608 Finisher), 100 (7521) und 155 Kilometer standen den Radlern für Startgebühren zwischen 54 und 82 Euro zur Auswahl. Sie trugen wie immer erheblich zur Gesamtfinanzierung der Veranstaltung bei, die für das kommende Jahr auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor ist.

Mit dem erstmaligen Start in Kiel und der traditionellen Zieleinfahrt auf der Hamburger Mönckebergstraße probten die beiden Olympia-Kandidatenstädte für 2014 den Schulterschluss. Beim Profirennen mit der Welt-Sprintelite wurden mehre Hunderttausend Zuschauer gezählt. Aber auch die Freizeitradler wurden bei strahlendem Sonnenschein kräftig angefeuert. Alle Teilnehmer aus dem Premierenjahr 1996 waren eingeladen worden.

Hrubesch, aktueller Trainer der deutschen U21-Fußballer, stand am Start der 55 Kilometer-Strecke. „Ich bin aber nicht zu Ende gefahren, das war mir zu chaotisch mit den vielen Teilnehmern. Ich muss mich gesundheitlich ein bisschen vorsehen, bei mir wurden einige Bandscheiben versteift. Spaß hat’s aber trotzdem gemacht“, sagte der 64 Jahre alte Vize-Weltmeister von 1982, der sich mit Radfahren fit hält. „Erlebnis geht vor Ergebnis“, sagte der erprobte Hobbyfahrer Bator, der sich auch als Radsport-Manager betätigt. Nach einer ersten Bilanz der Veranstalter gab es zahlreiche Stürze. Sie sollen aber weitgehend glimpflich ausgegangen sein.

Greipel gewinnt Profirennen

Bei den Profis konnte sich ein Norddeutscher durchsetzen. André Greipel hat die 20. Auflage der Vattenfall Cyclassics in Hamburg gewonnen. Der 33 Jahre alte Radprofi aus Rostock verwies am Sonntag nach 221 Kilometern Vorjahressieger Alexander Kristoff auf Platz zwei.

Genial taktiert und überzeugend gewonnen: „Nordlicht“ Andre Greipel hat sich mit seinem ersten Sieg bei den Hamburg Cyclassics einen ganz persönlichen Traum erfüllt. Der Rostocker zog genau im richtigen Moment den Sprint an und genoss anschließend den Jubel des Publikums.

„Endlich habe ich hier gewonnen. Irgendwie habe ich die ganze Zeit die Ostseeluft in der Nase gehabt“, sagte der Mecklenburger, der seine Teamkollegen über alle Maßen lobte: „Jeder von ihnen hat super für mich gearbeitet.“ Mit seinem kraftvollen Antritt verhinderte der viermalige Etappensieger der diesjährigen Tour de France eine erfolgreiche Titelverteidigung von Alexander Kristoff. Der Vorjahressieger aus Norwegen wurde knapp geschlagen Zweiter, gefolgt von dem Italiener Giacomo Nizzolo.

Aber auch andere deutsche Fahrer setzten Akzente. Zwölf Kilometer vor dem Ziel versuchte Linus Gerdemann vergeblich, sich vom Peloton abzusetzen. An der Seite von Julian Alaphilippe aus Frankreich fehlten dem Münsteraner aber letztlich die Kräfte, um einen vorentscheidenden Vorsprung herauszufahren. Marcel Kittel büßte seine Sieghoffnungen bei der letzten Runde am Waseberg ein. Die Steigung von 15 Prozent war zuviel für den Arnstädter, er musste abreißen lassen und konnte in den Zielsprint nicht mehr mit voller Energie eingreifen. Ein Sturz stoppte die Siegesambitionen von Mitfavorit Mark Cavendish (Großbritannien).