Gastronomie

Nach nur einem Jahr das Aus für die Sylter Bude am Rathaus

Jens Hartmann, Chef der Sylter Bude, sucht einen Nachfolger

Jens Hartmann, Chef der Sylter Bude, sucht einen Nachfolger

Foto: Klaus Bodig / HA

Jens Hartmann steckt in ernsthaften Schwierigkeiten: Der Gastronom ist inzwischen mit drei Monatsmieten im Rückstand.

Hamburg.  Vor einem Jahr war Gastronom Jens Hartmann voller Zuversicht und Tatendrang. Endlich hatte der 49-Jährige den passenden Laden in der Innenstadt gefunden. Nur einen Steinwurf vom Rathaus entfernt, eröffnete er seine „Sylter Bude“ am Großen Burstah. Das Inventar hatte Hartmann weitgehend vom Vormieter, der „Sylter Milchbude“, übernommen, und dafür „habe ich all mein Kapital eingesetzt“, so Hartmann.

Tagsüber Frühstück und Lunch. Abends sollte es „After Work Partys“ und Veranstaltungen, vor allem Firmenevents, geben. So der Plan, der nicht aufgegangen ist.

Die Eröffnung war im September 2014, und jetzt steckt Hartmann in ernsthaften Schwierigkeiten: Sein Vermieter, die Haspa Finanzholding-Tochter NM Nord-Immo Management GmbH, hat ihm gekündigt. Denn der Gastronom ist inzwischen mit drei Monatsmieten im Rückstand: „Ich konnte einfach nicht bezahlen, weil die Umsätze hinter den Erwartungen zurück blieben, denn allein das wirklich gute Mittagsgeschäft reicht nicht aus“, so Hartmann. Seine Misere habe mehrere Gründe, die vorher nicht absehbar gewesen seien. Fakt ist: „Seit ich eingezogen bin, habe ich direkt vor der Tür eine Baustelle, die die Gäste aus dem Raum im Untergeschoss vor der Nase haben. Da macht dann natürlich keiner ein Event.“ Die Stadt baut hier eine Fischtreppe, die eigentlich schon im September 2014 fertig sein sollte, doch es gab diverse Probleme, und nun ist der neue Termin Herbst 2015.

Außerdem habe er über Monate keine Genehmigung für eine Terrasse vom Bezirk Mitte erhalten. Jetzt ist die Genehmigung da, die Tische vor der Tür auch. Aber davon hat er nun nichts mehr: Eigentlich hätte der Hotelbetriebswirt, der bereits seit 15 Jahren in der Gastronomiebranche selbstständig ist, die Fläche Ende Juli räumen müssen.

Doch Hartmann ist erstmal geblieben: „Ich suche einen Gastronomen, der den Laden samt Inventar übernimmt. Dann könnte ich die Mietschulden begleichen, und es wäre noch ein wenig Geld für einen Neustart übrig.“ Er habe bereits zwei Interessenten gehabt, doch die Nord-Immo wolle hier keine Gastronomen mehr als Mieter, so Hartmann. Von der Nord-Immo heißt es dazu, das treffe nicht zu.

Auf Abendblatt-Anfrage sagte Torsten Gerke, Sprecher der Nord-Immo-Geschäftsführung, zu dem Mietverhältnis: „Wir sind seit mehreren Monaten mit dem Mieter im engen Austausch, um ihm zu helfen. Leider sind wir jedoch zu keiner Lösung gekommen, so dass wir keine Möglichkeit mehr sehen, das Mietverhältnis aufrecht zu erhalten. Das bedauern wir sehr.“