Wetter

Eisbomben gegen Affenhitze für Bären bei Hagenbeck

Eisbär Blizzard leckt im Tierpark Hagenbeck in Hamburg an einer Eisbombe mit Obst, Gemüse und Fischen

Eisbär Blizzard leckt im Tierpark Hagenbeck in Hamburg an einer Eisbombe mit Obst, Gemüse und Fischen

Foto: Bodo Marks / dpa

Im Zoo zeigt sich: Bei 40 Grad sind Mensch und Tier gar nicht so verschieden. Auch Bären und Tiger freuen sich über ein Eis.

Berlin/Stuttgart/Hamburg. Bei den hohen Temperaturen gönnen sich nicht nur die Besucher der Zoos in Deutschland ein Eis. Auch den Tieren wird die eiskalte Erfrischung nicht vorenthalten. Im Tierpark Hagenbeck zum Beispiel bekommen Bären, Walrosse, Paviane und die Tiger erfrischende Eisbomben mit Obst, Gemüse und Fisch.

Beispiele aus anderen Zoos zeigen, wie sich die Tiere gegen die Sonne schützen: Victor ist ein verantwortungsbewusster Elefant aus dem Berliner Zoo. Mit feuchtem Lehm hat sich der Dickhäuter an diesem Tag eingerieben, um sich gegen die Sonne zu schützen. Später wird er nachlegen müssen: Es stehen noch Wasserspiele mit den anderen an. Es klingt ungewöhnlich, aber ähnlich wie Menschen schützen sich auch Zootiere gegen die Hitze. Der Zoologische Garten in Berlin hat deswegen derzeit so seine Tricks, um Elefanten & Co. das Wetter erträglicher zu machen.

„Lehm ist die Sonnencreme der Elefanten“, erklärt Tobias Rahde, Kurator des Zoologischen Gartens in Berlin. Dazu lassen die Tierpfleger am Freitag Wasser in eine Lehmgrube laufen - und die Dickhäuter wälzen sich großflächig in der zähen Flüssigkeit. Ähnlich sieht das bei den Alpakas aus. Sie nehmen ein Bad in einer Schlammgrube.

Wasserbüffel auf Tauchstation

„Die haben wir kürzlich geschoren“, sagt Rahde. Glück für die Kamele, denn unter ihrem Pelz wäre es ihnen wohl ziemlich warm geworden. „Das kann man sich vorstellen als wenn wir Menschen in einem dicken Rentierpulli rumlaufen.“

Rüssel hoch, Maul auf - und dann Wasser marsch: Während die Alpakas sich durch die Schlammgrube rollen, holt sich die Elefantenrunde des Zoos eine Abkühlung unter einem Wasserstrahl. Eine Ganzkörperdusche nehmen aber die wenigsten. Vor allem Elefantenkind Anchali kann von dem kühlen Nass nicht genug bekommen. „Das ist wie bei den Menschen“, erklärt Rahde. „Während die Erwachsenen eher träge werden, springen die Kleinen rege ins Wasser.“

Ganz anders sieht das bei den Wasserbüffeln aus, die ihrem Namen alle Ehre machen: Sie sind am Freitag so tief ins Becken getaucht, dass nur noch ihre Nüstern zu sehen sind.

Warum manche Störche weiße Beine haben

Eher unkonventionell schützen sich übrigens Störche: Sie beschmieren ihre Beine mit flüssigem Kot, um sie vor der Sonne zu schützen, wie der Naturschutzbund Nabu zu berichten weiß. Oft sehen ihre Beine dann nicht rot aus, sondern scheinen weiß zu sein. Das biete Sonnenschutz und das im Kot enthaltene Wasser verdunste und kühle die Beine. „Das ist der gleiche Effekt als würde der Storch schwitzen“, erklärt ein Nabu-Sprecher.

Hirscheber, Bären, Papageien oder auch Affen bekommen ihre Abkühlung dagegen von Innen - mit einer Eisbombe. Dazu mischen Tierpfleger Futter und Wasser und lassen beides in der Kühltruhe erstarren. „Das ist wie ein Wassereis“, sagt Kurator Rahde.

„Die meisten denken: Oh Gott, die armen Eisbären“, sagt Fachmann Rahde. Die lasse die aber Hitze tatsächlich relativ kalt. „Eisbären können ihre Haare auf- und abstellen. Wenn es besonders warm ist, legen sie ihre Haare aktiv an. Das ist dann wie ein weißes T-Shirt.“

Auch in Stuttgart sind die Wilhelma-Tierpfleger überzeugt, dass ihre Eisbären Corinna und Felix eher gern in der Sonne sind. Ihr Organismus sei daran gewöhnt, mit großen Temperaturunterschieden – von sehr kalten Minus 40 Grad bis 25 Grad plus – klar zu kommen. Überschüssige Wärme werden sie über ihre Schnauze und die gut durchblutete blaue Zunge los.

Zu lange ungeschützt in der Sonne sollten Tiere aber trotzdem nicht bleiben. Beispielsweise Elefanten können durchaus einen Sonnenbrand bekommen. Ihre Haut färbe sich dann etwas dunkler, im schlimmsten Fall könne sie sogar Brandblasen werfen, sagt Rahde in Berlin.

Flusspferde bleiben aus Sonnenschutzgründen demnach lieber ganz im Wasser - wenngleich sie notfalls ihr Schweiß schützt: „Wenn sie schwitzen, sondern sie eine zähe Flüssigkeit ab“, sagt Rahde. „Die ist allerdings leicht rosa, so dass es dann aussieht, als hätten sie einen Sonnenbrand.“

Und die Affen? Müssten die bei dieser Affenhitze nicht eigentlich Luftsprünge machen? Zumindest ächzen sie nicht unter der Wärme wie manch anderer. Rahde: „Affen macht diese Hitze gar nichts aus. Temperaturen von mehr als 30 Grad sind für sie kein Problem.“ (dpa)