Hamburg

CDU fordert Offenlegung der Ergebnisse des Rechtschreibtests

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Peter Ulrich Meyer
CDU-Schulpolitikerin Karin Prien

CDU-Schulpolitikerin Karin Prien

Foto: dpa

Teilnahme an der Schreibprobe ist Teil einer Strategie von Schulsenator Rabe (SPD) zur Verbesserung der Rechtschreibleistungen.

Hamburg.  Die Schüler aller fünften Klassen der weiterführenden Schulen haben im ablaufenden Schuljahr einen Rechtschreibtest geschrieben: die Hamburger Schreibprobe HSP 4-5. Als sich die CDU-Schulpolitikerin Karin Prien in einer Schriftlichen Anfrage nach den Ergebnissen erkundigte, erhielt sie vom Senat eine Absage. „Die zuständige Behörde erhebt die Ergebnisse der HSP 4-5 nicht zentral“, heißt es in der Senatsantwort und weiter: „Bei der HSP handelt es sich um ein Instrument, das die Rechtschreibleistung nicht systematisch erfasst, sondern die Lehrkräfte dabei unterstützt, ... erforderlichenfalls individuelle Fördermaßnahmen einzuleiten.“

Prien will sich damit nicht zufriedengeben. „Wir wissen aus den Schulen, dass die Ergebnisse teilweise verheerend ausgefallen sind, und wir erwarten, dass der Schulsenator die Ergebnisse schonungslos offenlegt“, sagt die CDU-Politikerin. Die verpflichtende Teilnahme an der Hamburger Schreibprobe ist Teil einer Strategie von Schulsenator Ties Rabe (SPD) zur Verbesserung der Rechtschreibleistungen. Dazu zählt auch die Einführung eines Basiswortschatzes von rund 800 Wörtern nach bayrischem Vorbild, den die Schüler am Ende der vierten Klasse sicher beherrschen sollen.

„Wie soll die Wirksamkeit von Maßnahmen überprüft werden, wenn der Schulsenator, wie er behauptet, die Ergebnisse nicht kennt?“, fragt Prien, die Rabe „mangelnde Bereitschaft zur Transparenz“ vorwirft. Die HSP-Werte seien doch verallgemeinerbar. „Es ist im Rahmen der HSP-Auswertung ohne weiteres möglich, eine sogenannte Klassenliste auszudrucken, aus der die HSP-Testversion und die Vergleichswerte für alle Schulformen (Deutschland gesamt)... zu ersehen sind.“

Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde, hält dagegen. „Die Hamburger Schreibprobe lässt keine objektivierbare Gesamtübersicht zu, die einen Vergleich oder eine Entwicklung sichtbar macht“, so Albrecht. Aber offensichtlich sieht auch die Schulbehörde darin einen Nachteil: „Die Behörde plant, einen Rechtschreibtest in die KERMIT-Studie zu integrieren, um eine Vergleichbarkeit herzustellen.“ Ein Auftrag an die Testentwickler sei bereits erteilt. Wegen der langen Vorlaufzeit sei mit Ergebnissen aber nicht vor 2016 zu rechnen.

( pum )

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