Bildung

Schulleiter fordern mehr Lehrer für die Inklusion in Hamburg

Peter Ulrich Meyer
Schulsenator
Ties Rabe

Schulsenator Ties Rabe

Foto: Roland Magunia

Nach Berechnungen der Schulleiter sind bis zum Jahr 2020 pro Schuljahr rund 100 zusätzliche Lehrerstellen erforderlich.

Hamburg.  Über die Finanzierung der Inklusion ist erneut ein Streit ausgebrochen. Die Leiter der Stadtteilschulen fordern in einem Brief an Schulsenator Ties Rabe (SPD) mehr Personal für Unterricht und Betreuung der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Anlass ist die Überprüfung der Gutachten der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung (LSE) in den jetzigen vierten Klassen. Dabei war im Januar herausgekommen, dass es deutlich mehr Kinder mit Förderbedarf gibt, als bislang von der Schulbehörde angenommen: Statt vier Prozent liegt die Quote bei 6,6 Prozent.

Nach Berechnungen der Schulleiter sind bis zum Jahr 2020 pro Schuljahr rund 100 zusätzliche Lehrerstellen erforderlich, wenn der bislang gültige Personalschlüssel zugrundegelegt wird. Der rot-grüne Senat hat angekündigt, lediglich 120 Stellen für die Inklusion zusätzlich in den kommenden fünf Jahren zu schaffen. „Das würde bedeuten, dass die Personalzuweisung pro Schüler gekürzt werden soll“, heißt es in dem Brief der Schulleiter.

„Zusätzliche 120 Stellen als Kürzung zu bezeichnen, ist absurd“, sagte Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde. „Bislang gab es für die LSE-Förderung an Grund- und Stadtteilschulen 685 Vollzeitstellen, mehr als in jedem anderen Bundesland.“ Rabe hat aber bereits angekündigt, die Zuweisung von Lehrerstellen für die Inklusion neu ordnen zu wollen. Die FDP-Schulpolitikerin Anna von Treuenfels will den Vorgang mit einer Anfrage an den Senat aufklären: „Die wegen ihrer anhaltenden Unterausstattung weithin gescheiterte Inklusion darf keinesfalls durch rot-grüne Blockaden noch weiter an die Wand gefahren werden.“

„Wir erwarten vom Senat, dass die Inklusion den Bedürfnissen der Schüler entsprechend finanziert wird“, sagte die Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus.

( pum )

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