Sommerspiele 2024

DGB nennt Bedingungen für Olympia-Bewerbung

Unter bestimmten Bedingungen wollen die Gewerkschaften in Hamburg und Schleswig-Holstein die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele 2024 unterstützen

Unter bestimmten Bedingungen wollen die Gewerkschaften in Hamburg und Schleswig-Holstein die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele 2024 unterstützen

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Gewerkschaften fordern Kostentransparenz , „gute Planung“ und Investitionen im Sozialbereich. Studenten lehnen Spiele in Hamburg ab.

Hamburg.  Unter bestimmten Bedingungen wollen die Gewerkschaften in Hamburg und Schleswig-Holstein die Bewerbung der Hansestadt für die Olympischen Spiele 2024 unterstützen. „Wir sehen die Chancen und Risiken von Olympia“, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier des DGB Hamburg und des DGB Nord, das dem Abendblatt exklusiv vorliegt.

Als mögliche positive Faktoren sehe man die „Belebung der Konjunktur, Stärkung der Infrastruktur in der Me­tropolregion Hamburg, Steigerung der Bekanntheit Hamburgs und des gesamten Nordens“. Andererseits, so heißt es, „gibt es erhebliche Risiken ökonomischer, sozialer und ökologischer Art“. Olympia werde umfassende Auswirkungen auf die Austragungsorte, deren Struktur sowie die Bewohner haben. „Diejenigen, die von Veränderungen betroffen sein werden, dürfen nicht zu Verlierern der Spiele werden.“

Transparenz bei Finanzierung als Bedingung

Als Bedingung nennt der DGB erstens Transparenz bei der Finanzierung: Die Kosten müssten vor dem Referendum im November „so umfassend wie möglich“ offengelegt werden. Und die Spiele dürften nicht zu einer Einschränkung öffentlicher Dienstleistungen führen. Die zweite Bedingung ist „gute Arbeit“. Bei Vorbereitung, Planung und Durchführung der Spiele dürften zum Beispiel nur Unternehmen beauftragt werden, die an Tarifverträge gebunden sind, Mindestlöhne zahlen und Arbeitnehmerstandards einhalten. Drittens müsse die Durchführung der Olympischen Spiele „mit einer Stärkung der öffentlichen wie sozialen Infrastruktur einhergehen – insbesondere in den Bereichen Verkehr, Wohnen, Betreuung“. Investitionen dürften nicht nur einseitig in Stadien und Sporteinrichtungen erfolgen.

Diese Bedingungen möchten die DGB-Chefs Katja Karger (Hamburg) und Uwe Polkehn (Nord) im Falle einer Mehrheit für Olympia beim Referendum schriftlich mit dem Deutschen Olympischen Sportbund sowie den Regierungschefs in Hamburg und Schleswig-Holstein vereinbaren.

Politik kommt wichtigen Schritt voran

Unterdessen hat sich an der Universität Hamburg ein „Anti-Olympisches Komitee“ gegründet. Es will am Montag Pläne vorstellen, wie es Spiele in Hamburg verhindern möchte.

Auf dem Weg zum Olympia-Referendum am 29. November ist die Politik einen wichtigen Schritt vorangekommen: Der Sportausschuss der Bürgerschaft hat mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen, FDP und AfD die Textvorlage für die Volksabstimmung (siehe links) und deren Termin beschlossen. Das letzte Wort hat die Bürgerschaft am 8. Juli. „Die breite Zustimmung fast aller Fraktionen bedeutet großen Rückenwind für das Olympia-Referendum. Wir wollen die Hamburger überzeugen“, sagte SPD-Sportpolitikerin Juliane Timmermann.