Holstenglacis

Gefängnis tauscht 600 Schlüssel nach Jan-Delay-Konzert aus

Die Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis. Hier trat der NDR in ein Fettnäpfchen

Die Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis. Hier trat der NDR in ein Fettnäpfchen

Foto: Christian Charisius / picture alliance / dpa

Panne beim NDR: Jan Delay trat im Gefängnis am Holstenglacis vor Häftlingen auf. Der TV-Sender filmte jedoch nicht nur das Konzert.

Hamburg. In der Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis sind 600 Schlüssel getauscht worden, nachdem ein Exemplar im Fernsehen zu sehen war. Der NDR hatte ihn im Rahmen eines TV-Beitrags über das Konzert des Musikers Jan Delay in dem Gefängnis Anfang des Monats gezeigt. Nach Ausstrahlung des Berichts seien sämtliche Schlüssel der JVA ausgewechselt worden, bestätigte Marion Klabunde, Sprecherin der Hamburger Justizbehörde.

„Sicherheitsrelevante Bereiche wie Schlüssel, Schlösser oder Überwachungskameras dürfen nicht gefilmt werden“, erklärte Klabunde. Dies habe auch der NDR gewusst. Doch während die Untersuchungshaft-Insassen ausgelassen zu der Musik von Jan Delay feierten, vergaß das Kamerateam offenbar die Absprache. Die Justizbehörde geht davon aus, dass es sich um ein Versehen gehandelt habe.

Grund für die Vorsicht ist das generelle Risiko, dass Schlüssel außerhalb des Gefängnisses nachgemacht und dann in die Haftanstalt geschleust werden könnten. „Die JVA-Schlüssel haben ein prägnantes Aussehen und sollen nicht für jedermann sichtbar sein“, so Klabunde.

Dennoch sei durch den Vorfall die Sicherheit am Holstenglacis zu keiner Zeit gefährdet gewesen. „Sämtliche Schlüssel werden in der Untersuchungshaftanstalt sowieso in unregelmäßigen Abständen ausgetauscht“, sagte Klabunde. Auch zusätzliche Kosten seien nicht entstanden. (schrö)