Stellingen

Drama bei Hagenbeck geht weiter: Tigervater gestorben

Das Sibirische Tigerpaar Maruschka und Lailek (r.) in Hagenbecks Tierpark. Tigermännchen lailek ist nun überraschend gestorben

Das Sibirische Tigerpaar Maruschka und Lailek (r.) in Hagenbecks Tierpark. Tigermännchen lailek ist nun überraschend gestorben

Foto: Detlev Stenzel/Hagenbeck

Erst die Tigerbabys, nun der Vater: Tigermännchen Lailek im Tierpark Hagenbeck ist tot. Vorfall für den Zoo "völlig überraschend".

Hamburg. Nur wenige Tage nach dem Tod der beiden Tigerbabys in Hagenbecks Tierpark ist nun auch Tiger Lailek, der Vater der Tiere, gestorben. Wie der Tierpark am Donnerstagnachmittag mitteilte, sei das vier Jahre alte Männchen am Donnerstag "völlig unerwartet" während einer Untersuchung verschieden.

Der Tiger sei vor zwei Tagen durch ein verändertes Gangbild aufgefallen. Seit Mittwochnachmittag habe er eine schwere Lähmung der Hinterbeine gezeigt. Deshalb hätten sich Hagenbecks Tierärzte kurzfristig entschlossen, mit Lailek in eine Tierklinik zu fahren, um spezielle Untersuchungen durchführen zu lassen.

"Die unter diesen Umständen notwendigen tiermedizinischen Maßnahmen wie Röntgen, CT und MRT zeigten, dass die Lähmung durch eine Rückenmarksschädigung hervorgerufen wurde", hieß es in der Mitteilung des Zoos. Die bisher vorliegenden Ergebnisse ließen vermuten, dass zusätzlich hochgradig entzündliche Veränderungen im zentralen Nervensystem vorlagen. Weiterführende Untersuchungen sollen nun genauen Aufschluss über die Todesursache geben.

Wurf der Tigerbabys galt als Zuchterfolg

Der Sibirische Tiger Lailek war erst vor wenigen Wochen Vater zweier Welpen geworden. Der Wurf von Tigerdame Maruschka galt als Zuchterfolg. Doch nur wenige Tage nach ihrer Geburt, starb bereits das erste der zwei Tigerbabys und kurz darauf auch das zweite. Die Sterblichkeitsrate ist bei Tigerbabys im ersten Lebensmonat sehr hoch. Insbesondere erste Würfe sind gefährdet, um den es sich bei Lailek und Maruschka gehandelt hatte.

Die Tiere zählen zu den stark gefährdeten Arten, nur noch 450 Exemplare durchstreifen nach Expertenangabe ihren natürlichen Lebensraum im Osten Russlands sowie die Grenzgebiete Chinas und Nordkoreas. Ihre Refugien sind stark dezimiert. Auch deshalb arbeiten europäische Zoos an der Arterhaltung, etwa 260 Tiere leben hier in Gefangenschaft. Der Genpool, mit dem eine Züchtung möglich ist, ist stark eingeschränkt. Der des Hamburger Pärchens war selten und damit kostbar.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Tierpark noch einen Zuchterfolg zu vermelden, als ein Walross-Baby das Licht der Welt erblickte. (HA)