Hamburg

Nach Still-Eklat: Busfahrer konnte nicht ermittelt werden

Ein Busfahrer soll eine stillende Mutter rausgeworfen haben. Hochbahn habe alle Fahrer angesprochen und Videoaufnahmen gesichert.

Hamburg. Der Busfahrer, der am Donnerstag eine Frau auf der Metrobuslinie 14 in Harburg aus dem Bus geworfen haben soll, weil sie gestillt hat, konnte bisher noch nicht ausfindig gemacht werden. Wie die Hamburger Hochbahn am Sonnabend mitteilte, habe man inzwischen alle Busfahrer angesprochen, die in dem Zeitfenster auf der Linie unterwegs waren. "Gleichzeitig wurden die Datenträger mit den Videoaufnahmen aus dem Fahrgastraum der Busse gesichert, die nach den Angaben der Mutter in Frage kamen, und bis gestern am späten Abend ausgewertet", heißt es in der Erklärung weiter. "Auf den Videos ist der Fall nicht zu beobachten."

Grund, an der Aussage der Mutter zu zweifeln, sehe man dennoch nicht. "Wir gehen davon aus, dass sie die Angaben zu Linie, Uhrzeit und betreffende Haltestelle in der Aufregung nicht mehr genau machen konnte", so die Hochbahn.

Wichtig sei, dass man die Gelegenheit hatte, im persönlichen Gespräch mit ihr die Haltung der Hochbahner zu diesem Thema zu verdeutlichen und sich zu entschuldigen. Schon am Freitag hatte das Unternehmen klargestellt, dass das Stillen im Bus selbstverständlich ganz klar erlaubt ist. Laut Angaben des Unternehmens trage die Frau weder dem Busfahrer noch dem Unternehmen etwas nach.

Auch reagierte die Hochbahn auf Stimmen, die personelle Konsequenzen bis zu einer Kündigung gefordert haben und behaupten, man würde etwas vertuschen: "Dem ist nicht so", heißt es in der Stellungnahme. "Ein solcher Fehler hätte ein klärendes Gespräch mit dem Betreffenden zur Folge. Aber niemals eine Kündigung. Fehler passieren, das ist menschlich. Das sieht auch die betroffene Mutter so, die das Ausufern der Diskussion hier auf Facebook bedauert." (cia/ryb)