Hamburg

Höhepunkt im Kita-Streik: 15.000 Erzieher bei Demo

Rund 12.000 Erzieher demonstrierten am Donnerstag in Hamburg

Rund 12.000 Erzieher demonstrierten am Donnerstag in Hamburg

Foto: Daniel Reimann / dpa

Die Streikbereitschaft der Erzieher ist ungebrochen: In Hamburg gehen rund 15.000 Kita-Beschäftigte aus ganz Norddeutschland auf die Straße.

Hamburg. Neuer Höhepunkt im Kitastreik: Rund 15.000 Erzieherinnen aus ganz Norddeutschland haben in Hamburg für mehr Lohn und Anerkennung demonstriert. Mit Rasseln und Trillerpfeifen zogen sie am Donnerstag vom Gewerkschaftshaus durch die Innenstadt bis zum städtischen Arbeitgeberverband und von dort zur Abschlusskundgebung am Fischmarkt. Auf Transparenten forderten sie „Was sind Euch die Kinder wert?“ und „Ausbildung top - der Lohn ein Flop“.

„Wir hoffen sehr, dass die kommunalen Arbeitgeber endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen, damit die Streiks beendet werden können“, sagte Ver.di-Verhandlungsführerin Hilke Stein. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) traf sich am Donnerstag zu einer Sitzung in Frankfurt. Es ist bereits die dritte Woche im Kitastreik.

Bessere Eingruppierung gefordert

„Wir wissen, wie schwierig diese Situation für viele Familien ist. Aber solange die Arbeitgeber ihren schönen Worten keine Taten folgen lassen, müssen wir weitermachen“, sagte Stein. Die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst müssten deutlich aufgewertet werden. Es könne nicht sein, dass jemand, der in der Industrie eine Ausbildung beendet, mit 1000 Euro mehr in den Beruf einsteigt als Menschen in den Sozial- und Erziehungsdiensten.

Verdi und die GEW fordern für die bundesweit 240.000 Beschäftigten eine bessere Eingruppierung - im Schnitt geht es demnach etwa um 10 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hält das für unbezahlbar und hatte die Gewerkschaften zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgerufen.

Eltern fordern Ende der Streiks

Seit dem 8. Mai streiken die Erzieherinnen an kommunalen Kitas. Betroffen sind allein in Hamburg rund 25.000 Kinder und ihre Eltern. „Die Streiks werden weitergehen, bis wir ein Angebot haben“, kündigte Stein an. Bei den Elbkinder-Tagesstätten, die 180 städtische Einrichtungen in Hamburg betreiben, soll es in jeder zweiten Kita einen Notdienst geben, damit die Eltern ein wenig entlastet werden.

Unter dem Motto „Jetzt reicht's - Erzieherberuf aufwerten, Kita-Streik beenden“ hatten am Dienstag in Hamburg 2000 Eltern und ihre Kinder für ein Ende des Streiks demonstriert - einige von ihnen schafften es sogar bis ins Rathaus. „Dieser Streik trifft die Falschen: Er trifft nicht die Arbeitgeber, sondern die Eltern und deren Kindern“, sagte Björn Staschen vom Landeselternausschuss (LEA) Hamburg. Kommunen und Gewerkschaften müssten daher alles daran setzen, sich zu einigen, damit nicht länger Dritte getroffen werden.

Auch am Donnerstag demonstrierten wieder rund 30 Eltern und ihre Kinder vor dem Rathaus. Auf Transparenten forderten sie „Wir wollen zurück in die Kita“ und „Einigt Euch: Wir wollen nicht länger Spielball sein!“ (dpa)