St. Pauli

Millerntor Gallery macht Stadion zum Raum für Künstler

Pressekonferenz auf der Barkasse Lütte Deern zur fünften Millerntor Gallery mit Künstler Nils Kasiske , dem künstlerischen Leiter Michael Fritz , Musiker Bela B. und St. Pauli-Präsident Oke Göttlich (v.l.)

Pressekonferenz auf der Barkasse Lütte Deern zur fünften Millerntor Gallery mit Künstler Nils Kasiske , dem künstlerischen Leiter Michael Fritz , Musiker Bela B. und St. Pauli-Präsident Oke Göttlich (v.l.)

Foto: Michael Rauhe

Das Kunstfestival im Millerntor-Stadion findet bereits zum fünften Mal statt. 140 Künstler aus 15 Ländern nehmen teil. Start 2. Juli.

Hamburg. Sich auf Augenhöhe zu begegnen, Gemeinsamkeiten statt Unterschiede herauszustellen, und gemeinsam etwas Besonderes zu schaffen. Punkte, die die Veranstalter der diesjährigen Ausgabe des Kunstfestivals Millerntor Gallery häufig nennen. Und Ziele, die laut künstlerischem Leiter Michael Fritz traditionell besonders gut durch Kunst und Sport erreicht werden könnten. Ein Kunstfestival im Fußballstadion ist folglich die perfekte Symbiose.

Die Millerntor Gallery , die von Viva con Agua und dem FC St. Pauli initiiert wird, findet in diesem Jahr vom 2. bis 5. Juli statt und steht unter dem Motto „unfamiliar“, ungewohnt also. Mit diesem Thema wollen die Organisatoren, die sich als Kollektiv verstehen, neugierig machen auf Unvertrautes, neue Perspektiven und soziale Themen des 21. Jahrhunderts. Rund 140 Künstler aus 15 Ländern werden in diesem Jahr bei der Millerntor Gallery dabei sein, viele von ihnen kommen aus Afrika, wo die Trinkwasserinitiative besonders aktiv ist.

Geplant ist eine Mischung aus internationaler urbaner Kunst, Musik, Film und Diskussionsrunden.

Ein Großteil der Umsätze geht dabei an den guten Zweck. „Vom Erlös der verkauften Kunstwerke gehen 70 Prozent an Viva con Agua und 30 Prozent an die Künstler“, sagt Michael Fritz.

Wichtig ist ihm, dass es nicht darum gehen soll, die Defizite afrikanischen Länder wie Uganda oder Äthiopien zu betonen, sondern das künstlerische Potenzial der Akteure in den Vordergrund zu stellen.

Positive Effekte durch die Millerntor Gallery erhoffen sich die Veranstalter aber nicht nur in der Ferne, sondern auch ganz unmittelbar im Stadtteil. Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli, sieht durch die Ausstellung eine perfekte Möglichkeit, das Stadion auch für diejenigen zu öffnen, die sonst mit Fußball wenig am Hut haben. „Das Stadion soll ein öffentlicher Raum sein, der auch abseits des Fußballs genutzt wird. Wir wollen schließlich kein Ufo im Stadtteil sein“, so Göttlich. Bei dem Festival – einer „Galerie ohne Zielgruppe“ - sei jeder willkommen, für jeden Geldbeutel werde etwas dabei sein. Weitere Informationen finden Sie unter millerntorgallery.org. cia