Schulgewalt

Schäden durch Vandalismus gehen in die Millionen

Hoher Sachschaden entstand im Hauptgebäude der Stadtteilschule Winterhude  als unbekannte Täter in die Schule einbrachen

Hoher Sachschaden entstand im Hauptgebäude der Stadtteilschule Winterhude als unbekannte Täter in die Schule einbrachen

Foto: JOTO

Am härtesten betroffen war 2014 das Gymnasium Altona mit 103.614 Euro. Auch an den Stadtteilschulen kommt es häufiger zu Vandalismus.

Hamburg.  Die Schulen der Hansestadt haben mit extrem hohen Kosten durch Vandalismus zu kämpfen. Einzelne Schulen verzeichneten im vergangenen Jahr sogar rund 100.000 Euro an Schäden durch Zerstörungen und Schmierereien. Hamburgweit belief sich der Schaden auf knapp 1,6 Millionen Euro. Das ergab eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Karin Prien (CDU) an den Senat.

Im Gymnasium Altona stand mit 103.614 Euro die größte Schadenssumme zu Buche. An der Gretel-Bergmann-Schule in Neuallermöhe beliefen sich die Schäden auf rund 99.000 Euro. Extreme Häufungen von Sachbeschädigungen wurden in beiden weitergehenden Schulformen und in allen sozialen Umfeldern registriert. So fielen an der Julius-Leber-Schule in Schnelsen, dem Christianeum in Othmarschen, der Irina-Sendler-Schule in Wellingsbüttel und den Stadtteilschulen in Poppenbüttel und Blankenese innerhalb eines Jahres jeweils Schäden im Bereich zwischen 15.000 und 50.000 Euro an.

Die CDU-Abgeordnete Karin Prien sprach von einem „erschreckenden Ergebnis“ ihrer Anfrage. Zu den Vandalismusschäden werden mutwillige, teilweise aber auch versehentliche Sachbeschädigung von Schuleigentum sowie Farbsprühereien und Schmierereien gezählt. Der zahlenmäßig größte Schaden wird nach Angaben der Schulbehörde bei Einbrüchen angerichtet. „Aus Wut darüber, dass nur ein paar Euro in der Kaffeekasse waren und sonst nichts zu holen ist, wüten die Täter in den Räumen“, sagte ein Sprecher. Bei den beschädigten Gegenständen handelt es sich am häufigsten um Glastüren und Fensterscheiben.

Die Schulen seien in der Regel nicht selbst gegen den Vandalismus versichert, sagte Prien. „Solche Taten, vor allem wenn sie von Unbekannten begangen werden, können Schulen sehr hart treffen.“ Wenn keine Täter oder Verdächtige ermittelt werden können, müssen entweder die Schule selbst oder die Schulbehörde für die Kosten aufkommen. Über die Aufklärungsquote kann die Polizei keine Auskunft geben, da diese nicht erfasst wird. „Die Verursacher können oft aus der Anonymität einer großen Schülerschaft agieren. Viele Vorfälle werden uns auch gar nicht erst gemeldet“, sagte ein Polizeisprecher.

Kein Schwerpunkt bei Gewalt und Vandalismus

„Es lässt sich kein direkter Zusammenhang zwischen dem Umfeld einer Schule und der Häufigkeit von Sachbeschädigungen herstellen“, sagt Prien. An Stadtteilschulen in sozialen Brennpunkten wie Mümmelmannsberg fielen im Jahr 2014 zwar Schäden von 36.000 Euro durch Zerstörung und Schmierereien an, in einer ähnlichen Höhe liegen jedoch auch die Beschädigungen im Gymnasium Christianeum im gutbürgerlichen Othmarschen.

Während an den Gymnasien oft besonders schwere Einzeltaten für einen hohen Schadenswert in der Statistik sorgen, stieg die Summe in Stadtteilschulen wie der Julius-Leber-Schule in Schnelsen seit 2011 auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Der Gesamtschaden durch Vandalismus an Schulen war 2012 in Hamburg sprunghaft angestiegen und liegt seitdem auf hohem Niveau. Trotz mehrerer Maßnahmen, etwa besserer Abendbeleuchtung und Schließung der Schulräume, gab es bisher keine Besserung. Prien forderte den Senat auf, ein Programm gegen Schulvandalismus aufzulegen. „Auch die Schulleiter müssen stärker aktiv werden.“

Karin Prien forderte angesichts der konstant hohen Zahlen, den Kampf gegen Vandalismus auch zum Gegenstand der Ziel- und Leistungsvereinbarungen der Schulen zu machen und ein Anreizprogramm zu schaffen. Zu den Gewaltvorfällen an Schulen, die Prien ebenfalls abgefragt hatte, wollte der Senat zunächst keine aktuellen Zahlen nennen. „Hier wird von Regierungsseite gemauert, wo es angebracht wäre, mehr zu tun, als einen jährlichen Bericht zu veröffentlichen“, sagte Prien.

Die Schulbehörde hat wegen der Zunahme der Fälle eine Expertenkommission eingesetzt. Diese traf sich im Herbst 2014 zu insgesamt vier Sitzungen, ihre Vorschläge würden derzeit ausgewertet, heißt es. Gegen den Vandalismus an Schulen bietet das Landeskriminalamt der Polizei inzwischen Beratungen für Schulen an. Darüber hinaus wurden zusätzliche Alarm-anlagen, Schließsysteme und Wach-leute eingesetzt, um Einbrüche und Beschädigungen zu verhindern.

Hier können Sie einsehen, welche Schadenshöhe an welcher Hamburger Schule entstanden sind.