Hamburg

Schulgewalt – CDU wirft Senat vor, zu mauern

Schäden durch Vandalismus sowohl in sozialen Brennpunkten als auch in besser situierten Stadtteilen. Polizei bietet Schulen Beratung an

Hamburg. Die Klassenfenster lagen in Scherben, Türen waren gesplittert, das Lehrerzimmer verwüstet. Ende April brachen Unbekannte in die Stadtteilschule Winterhude ein und hinterließen ein Trümmerfeld. Die Täter sind weiterhin unbekannt. Für die Schulbehörde ist es nur ein Fall von extremer Sachbeschädigung.

„Es ist keine allgemein gewalttätige Schülerschaft, sondern es sind Einzeltaten, die für sehr hohe Schäden an Schulen sorgen“, sagt ein Sprecher der Schulbehörde. Die Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Karin Prien belegt die Schwere des Schulvandalismus in der gesamten Stadt. „Es lässt sich kein direkter Zusammenhang zwischen dem Umfeld einer Schule und der Häufigkeit von Sachbeschädigungen herstellen“, sagt Prien. An Stadtteilschulen in sozialen Brennpunkten wie Mümmelmannsberg fielen im Jahr 2014 zwar Schäden von 36.000 Euro durch Zerstörung und Schmierereien an, in einer ähnlichen Höhe liegen jedoch auch die Beschädigungen im Gymnasium Christianeum im gutbürgerlichen Othmarschen.

Während an den Gymnasien oft besonders schwere Einzeltaten für einen hohen Schadenswert in der Statistik sorgen, stieg die Summe in Stadtteilschulen wie der Julius-Leber-Schule in Schnelsen seit 2011 auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Karin Prien forderte angesichts der konstant hohen Zahlen, den Kampf gegen Vandalismus auch zum Gegenstand der Ziel- und Leistungsvereinbarungen der Schulen zu machen und ein Anreizprogramm zu schaffen. Zu den Gewaltvorfällen an Schulen, die Prien ebenfalls abgefragt hatte, wollte der Senat zunächst keine aktuellen Zahlen nennen. „Hier wird von Regierungsseite gemauert, wo es angebracht wäre, mehr zu tun, als einen jährlichen Bericht zu veröffentlichen“, sagte Prien.

Die Schulbehörde hat wegen der Zunahme der Fälle eine Expertenkommission eingesetzt. Diese traf sich im Herbst 2014 zu insgesamt vier Sitzungen, ihre Vorschläge würden derzeit ausgewertet, heißt es. Gegen den Vandalismus an Schulen bietet das Landeskriminalamt der Polizei inzwischen Beratungen für Schulen an. Darüber hinaus wurden zusätzliche Alarm-anlagen, Schließsysteme und Wach-leute eingesetzt, um Einbrüche und Beschädigungen zu verhindern.