Kriegsschiff

Die Fregatte „Hamburg“ auf Hafenbesuch

Beim „open ship“ konnten sich die Besucher einen Eindruck vom Leben an Bord eines Kriegsschiffs machen.

Neustadt. Die Fregatte „Hamburg“ hatte zum „open ship“ geladen – und mehrere Hundert Neugierige nutzten am Sonntag die Gelegenheit, ein Kriegsschiff mal ganz aus der Nähe zu betrachten. Ganz nebenbei konnten sie dabei auch einen Eindruck vom Leben an Bord bekommen.

Beispielsweise von den Zeremonien, die für die Besatzung zum Alltag gehören. Wer das Schiff betritt oder verlässt, grüßt kurz die deutsche Flagge, die am Heck weht. Ist er in Zivil, reicht ein knappes Stillgestanden, Uniformierte führen außerdem ihre rechte Hand an die Mütze. Geht ein Offizier von Bord, wird ihm eine besondere Ehrerbietung zuteil. Dann stellen sich fünf uniformierte Besatzungsmitglieder in einer Reihe auf und grüßen mit erhobener Hand. Ist der Offizier von Bord, wird das Zeremoniell mit einem Doppelpfiff für beendet erklärt.

Auch Sicherheit wird großgeschrieben. So muss sich jeder, der an Bord geht, in einem Buch registrieren; am Sonntag wurde der Klickzähler gezückt. „So wissen wir im Ernstfall immer, wie viele Menschen wir retten müssen“, sagt Deckoffizier Torben Luckow. Beim Betreten des Schiffes muss man Schleusen passieren – Hinweis auf eine weitere Sicherheitsmaßnahme: Damit bei einem Einsatz keine Kampfstoffe ins Schiffsinnere dringen können, herrscht dort ein höherer Druck als außen. Auch die Technik funktioniert dann besser; am Sonntag, beim „open ship“, wurde der Überdruck allerdings abgestellt. Auffällig im Inneren sind die vielen Hamburger Straßenschilder, die eine Hommage an die Namensgeberin sind: „Reeperbahn“ im Backbord-Hangar, in dem sonst einer der beiden Hubschrauber untergebracht ist, „Große Freiheit“ in einem der beiden Fitnessräume, oder„Schöne Aussicht“ auf der Brücke.

Von hier oben aus sind die Geschütze zu sehen, die eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern haben. Das Luftraumüberwachungsradar reicht sogar 400 Kilometer weit. „Wenn wir in der Nordsee liegen, könnten wir jedes Flugzeug, dass zwischen England und Norwegen unterwegs ist, identifizieren“, so Alexander Emden, der Schiffs-Einsatz-Offizier.

Am heutigen Montag legt die Fregatte „Hamburg“ wieder ab und nimmt Kurs auf ihren Heimathafen Wilhelmshaven. Von dort aus geht es im Juli Richtung Mittelmeer. Dort wird sie sich ein halbes Jahr aufhalten – von dort aus könnte sie beispielsweise dann eingreifen, wenn es die Konflikte um den IS oder die Ukraine erforderlich machen.