Investitionen

Hamburger Firma bietet Immobilien für Kleinanleger

Carl von Stechow hat das Immobilienportal
Zinsland gegründet

Carl von Stechow hat das Immobilienportal Zinsland gegründet

Foto: Michael Rauhe

Das Hamburger Unternehmen Zinsland lockt im Internet mit 6,5 Prozent Rendite. Verbraucherschützer sind allerdings skeptisch.

Hamburg.  Das Angebot klingt verlockend: Eine Verzinsung von 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten soll der Anleger erhalten, der in das Bauvorhaben Kastanienhof Hilden sein Geld investiert. In der Kleinstadt bei Düsseldorf werden 16 Eigentumswohnungen und Gewerbeflächen gebaut. Zu finden ist diese Offerte auf der Internetseite von Zinsland. Das Portal aus Hamburg ist in diesen Tagen an den Markt gegangen.

Das Geschäftsmodell: Die Macher von Zinsland wollen auch weniger betuchten Kunden die Möglichkeit bieten, in Projektentwicklungen im Immobilienbereich zu investieren: „Bei uns können sie sich ab einem Betrag von 500 Euro an den Projektentwicklungen beteiligen. Wir setzen ganz bewusst darauf, dass Geldanlagen in diesem Bereich nicht nur großen Investoren vorbehalten sein sollen“, sagt Carl von Stechow, einer der Gründer und Geschäftsführer von Zinsland. Der 36-Jährige hat Betriebswirtschaftslehre studiert und trägt den Titel Diplomkaufmann. Er arbeitete unter anderem schon in der Unternehmensentwicklung beim Makler Engel & Völkers. Zuletzt als Investmanager von Vivum, die seit 2005 unter anderen für wohlhabende Hamburger Familien in Immobilienprojekte investiert. Zu dem dreiköpfigen Gründungsteam gehören neben von Stechow der Vivum-Geschäftsführer Moritz Eversmann und Internetexperte Stefan Wiskemann.

Die Neugründung von Zinsland ist aus der Vivum GmbH heraus entstanden: „Unser neues Konzept ist zwar innovativ, aber wir sind kein klassisches Start-up. Denn hinter uns steht ein Unternehmen mit zehnjähriger Erfahrung im Bereich der Finanzierung von Immobilienprojekten“, so von Stechow.

Die Geschäfte bei Zinsland laufen „über das Internet, und in nur wenigen Klicks wird investiert. Ab einem Betrag von 500 Euro kann der Anleger in Form eines Nachrangdarlehens investieren. Natürlich kann man sich auch mit vier- oder fünfstelligen Beträgen beteiligen, erklärt von Stechow.

Aber wie sicher ist es, bei Zinsland zu investieren? „Natürlich ist es ein Investment mit Risiko. Aber darauf weisen wir unsere Kunden auf der Internetseite auch ausführlich hin“, sagt von Stechow. Ganz einfach: Die Verzinsung von 6,5 Prozent bei 18 Monaten, bleiben wir bei dem Bauvorhaben in Hilden, können von Stechow und seine Partner nicht garantieren. Heißt: Wenn ein Projekt scheitert, dann gibt es nicht nur keine Zinsen, sondern der gesamte Anlagebetrag kann verloren sein. Aber von Stechow ist wichtig: „Wir minimieren das Risiko für unsere Anleger so weit wie möglich. Es werden Bauvorhaben in reiferen Projektphasen finanziert, sodass kein Anleger Angst haben muss, dass er in eine grüne Wiese ohne Baurecht investiert.“

Skeptisch ist die Verbraucherzen­trale Hamburg: „Wer bei Zinsland investiert, tut das in Form eines Nachrangdarlehens. Sollte die Firma insolvent werden, steht der Anleger ganz hinten in der Nahrungskette und geht, nachdem die anderen Verbindlichkeiten beglichen sind, vielleicht leer aus, sagt Sandra Klug, Finanzexpertin für Geldanlagen und Versicherungen bei der Verbraucherzentrale. Ein Zinsversprechen von 6,5 Prozent für 18 Monate sei enorm hoch, und die alte Faustformel je höher der Zins, desto höher das Risiko gilt noch immer, so Klug.