Einkaufen in Hamburg

Hier haben Sie eine gute Schanze zum Shoppen

Rund um das Schulterblatt ist viel in Bewegung. Die Serie Hamburgs schönste Einkaufsstraßen präsentiert die besten Läden.

1. Erstausstattung für die Kleinsten

Sie können noch nicht selbst einkaufen, brauchen aber alles neu: Babys. Ihre Eltern finden alles Wichtige für die ersten drei Lebensjahre des Nachwuchses bei kleinerdrei. Klassiker wie Bodys aus Biowolle von Cosilana, Engel oder Selana, fair gehandelte Lederschühchen, Spielzeug, Geschirr, Decken und Tragetücher, bei denen sich die Ladeninhaber ohne zu murren eine Stunde Zeit für die Beratung nehmen, wenn nötig. Auch Erste-Hilfe-Kurse für Kleinkinder und Tipps zum besseren Schlafen werden angeboten. Eines der meistverkauften Produkte ist übrigens ein Gehörschutz für Kinder für 24,90 Euro. So haben diese ihre Ruhe, wenn die Eltern mal wieder zu laut sind.

kleinerdrei, Eifflerstraße 43, Mo, Di, Mi, Fr 10–18 Uhr, Do 10–19 Uhr, Sa 12–17 Uhr

2. Eine Boutique, die schnell gefällt

Nicht von den Pfeilen im Schaufenster abschrecken lassen, hier wird nicht scharf geschossen, sondern nur mit modernem Stil um sich geworfen. Viele der hier ausgestellten Modestücke sind von noch unbekannten aber dafür umso talentierteren Designern.

Die filigranen Schmuckstücke kauft Besitzerin Nina Wirtz in Paris, die Illustrationen, die die Wände dekorieren und auch zum Verkauf stehen, steuert ihr Freund bei. Der Laden fungiert als kleiner Treffpunkt. Das zunächst integrierte Café wurde zwar wieder geschlossen, doch auf dem Besuchersofa ist immer noch etwas los, was zu einer entspannten Einkaufen-bei-Freunden-Stimmung führt.

Wie es Euch gefällt, Juliusstraße 16, Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 11–18 Uhr

3. Dessous, die man genauso gernean- wie auch auszieht

So muss eine Boutique für Damenunterwäsche gestaltet sein: Klein aber fein, und mit Umkleidekabinen, deren Licht die Kundin nicht in eine Depression treibt. Calvin Klein, La Perla oder Vendissima – es gibt eine große Auswahl von Marken, die Preise sind bezahlbar. Inhaberin Caroline Feige eröffnete das kleine Geschäft 2008, weil sie sich darüber ärgerte, dass es wenig schöne Wäscheläden für junge Leute gab. Diese Lücke hat sie nun geschlossen. Die aktuellen Trendfarben für untenrum sind übrigens Pink und Aquablau. So fällt die Unterwäsche auch im Dunkeln auf.

Secret Service, Susannenstraße 39, Mo–Fr 11.30– 19.30 Uhr, Sa 11–18.00 Uhr

4. Mann o Mann, was für eine Auswahl

Wer dem H&M-Alter entwachsen ist und als modebewusster Kerl schon eine kleine Hemdenansammlung zusammentragen konnte, der betritt hier eine neue Dimension von Auswahl. Regelmäßig wird die Auslage im Mono Concept Store erneuert, was die vielen Stammkunden freut.

Jeans, Pullover und Shirts von skandinavischen Marken, aber auch Shampoo und Bartpflege der (übrigens deutschen) Brooklyn Soap Company sowie kanadische Herschel-Rucksäcke, die weniger wiegen als der Schein, mit dem sie bezahlt werden. So leicht war Einkaufen selten.

Mono Concept Store, Rosenhofstraße 5, Mo–Fr 11.30–19.30 Uhr, Sa 11–19 Uhr

5. Kleiner Markt für Kleinigkeiten

Ein Geschäft wie ein Überraschungs-Ei. Man staunt, was für ausgefallene, schöne Inneneinrichtungsgegenstände es gibt, und in jedem Regal entdeckt man eine neue Idee, die man dringend haben möchte. Frühstücksbrettchen mit Lasergravuren, Hashtag-Tassen, Rubbel-Tattoos mit „be happy“-Slogan oder Buchstaben-Becher, die man auf dem Tisch zu Wörtern formieren kann. Wem kalt ist, der ersteht Samtkissen und eine Merino-Decke von Tina Ratzer für 90 Euro – die beste Einladung zum Kuscheln überhaupt.

Minimarkt, Bartelsstraße 37, Mo bis Fr 12–19, Sa 11–18 Uhr

6. Das Shopping-Leben kann so schön und romantisch sein

Echte Prinzessinnen gehen zur Boutique von Silvia Stahlhut. Die junge Mutter findet, dass Kleider wie beste Freundinnen sind und sich mit ihnen das Leben schöner anfühlt. Auf großen Messen in Kopenhagen, Paris und Berlin wählt sie die Stücke aus – mit keinem geringeren Ziel als Frauen glücklich zu machen. Vom Abitur- bis zum Abendkleid kann man sich hier eindecken, passende Accessoires wie Schals und Taschen gibt es ebenfalls. Schön.

La vie est belle, Kampstraße 11, Mi bis Fr 13–19, Sa 12–18 Uhr,

7. Wo jeder gerne zum Mädchen wird

Was sind eigentlich Accessoires? Das sind kleine Dinge, die man nicht unbedingt braucht, die das Leben aber ungemein verschönern. Bei Noi werden in dieser Hinsicht Mädchenträume wahr. Schmuckdosen für Kontaktlinsen, Haarbürsten mit integriertem Spiegel, Pillendöschen, Haarspangen, Magnete und Karten mit lustigen Sprüchen. Aber wo tun wir das alles rein? Ah, Taschen gibt’s auch, und zwar zu Taschengeld-verträglichen Preisen. Bitte nicht vom Baugerüst abschrecken lassen, das gerade direkt vor dem Laden steht.

Noi, Schanzenstraße 81, Mo–Sa 11–19 Uhr

8. Es kommt eben doch auf die Größe an

Anna Paul ist 1,97 Meter groß, weshalb die hübsche Frau Schwierigkeiten hatte, etwas Passendes zum Anziehen zu finden. Seit vergangenem Jahr bietet sie deshalb in der Schanzenstraße selbst Kleider, Schuhe und Hosen an, die auch hochgewachsene Frauen tragen können. Gefertigt werden die oft farbenfrohen Kleidungsstücke direkt nebenan in der Schneiderei von Paul & Piske. Der Laden ist seit 1991 eine Institution auf der Schanze und wird von Anna Pauls Mutter geführt (die 1,86 Meter misst).

Grossartig, Schanzenstraße 35, Mo bis Fr 11–19 Uhr, Sa 11–20 Uhr

9. Zwei (oder drei oder vier) Taschen auf einen Streich

Frauen brauchen viele Taschen, ja, das Klischee trifft zu. Daher schätzen sie die Idee von Christine Carstens, die eine Tasche entwickelt hat, die jeden Tag anders aussehen kann. Zu den elf verschiedenen Körpern aus Leder oder Lkw-Planen gibt es 100 verschiedene Taschendeckel, die man per Reißverschluss (den man aber nicht sieht) austauschen kann. Von feinen Blümchenstoffen bis zu coolen Siebdrucken ist jedes Design dabei. Zwei Deckel gehören zur Grundausstattung; hergestellt werden die Produkte in Deutschland. So wollen plötzlich sogar Männer eine bzw. viele Taschen haben.

ta(u)sche, Schanzenstraße 5, Mo–Fr 11–19.30 Uhr, Sa 11–18 Uhr

10. Hier kauft man unter Druck ein

Hip-Hop-Freunde fühlen sich gleich wie zu Hause. Musik direkt vom Plattenteller, Basecaps, Kopfhörer, Shirts, Vinyl-Platten und jede Menge Turnschuhe von Asics über Nike bis zu New Balance. Da ein Teil der Hip-Hop-Kultur das Graffiti-Writing ist, gibt es weiter hinten im Laden Sprühdosen in allen nur erdenklichen Farben. Ein buntes Shopping-Erlebnis. nicht nur für Sprayer, sondern auch für alle Heimwerker.

Underpressure, Schanzenstraße 10, Mo bis Fr 11.30–20 Uhr, Sa 11–20 Uhr

11. Conceptstore mit einem Hang zur fröhlichen Ironie

Sie fingen an als eine Mischung aus Möbel- und Eisladen, später kamen dann Flamenco-Schuhe hinzu und inzwischen ist „Kauf dich glücklich“ deutschlandweit erfolgreich mit Mode, die man auch deshalb gerne kauft, weil das Preisschild keine Magenschmerzen verursacht. Auf dem Tresen steht ein Bonbonglas, aus dem sich die Kinder bedienen, während die Eltern in Ruhe stöbern. Ein einschüchterndes „Kann ich helfen?“-Gefrage kommt hier glücklicherweise nicht vor.

Die Besitzer sehen ihren Ladennamen übrigens ironisch, sie wissen sehr wohl, dass man Glück nicht kaufen kann. Leider haben die Steinewerfer, die gerade das Schaufenster am Schulterblatt zerstört haben, den Scherz nicht verstanden.

Kauf dich glücklich, Schulterblatt 1 und Susannen­straße 4, Mo–Sa 11–20 Uhr. Es gibt außerdem ein Outlet in der Bartelsstraße 55, Do–Sa 11– 9 Uhr